Zum Hauptinhalt springen

Autor: Simone Krämer

Am Wendepunkt: Die große Abschiedsschau vor der Generalsanierung

110 Jahre sind eine lange Zeit für ein so besonderes Museum wie das Deutsche Ledermuseum in Offenbach. Sie bringen unzählige spannende Geschichten, rund 150 außergewöhnliche Ausstellungen und am Ende über 30.000 einzigartige Objekte mit sich. Und nun, kurz vor diesem herausragenden Geburtstag, findet im Jahr 2026 ein weiteres Ereignis statt: „AM WENDEPUNKT: Das Deutsche Ledermuseum“ so der Titel der großen Abschiedsausstellung vor der umfassenden Generalsanierung des Hauses. Die Retrospektive, ermöglicht durch die Dr. Marschner Stiftung, befasst sich sowohl kritisch mit der bewegten Vergangenheit sowie der zukünftigen Ausrichtung des Museums. Neben einzigartigen Exponaten, die zum Großteil speziell für diese Schau aus dem Depot geholt und restauriert wurden, berichtet eine begehbare Timeline über historische Umbrüche und die Entwicklung zu einem international bedeutenden Spezialmuseum rund um das Material Leder bis hin zur inhaltlichen Neuausrichtung. Bis Anfang 2027.

Frischer Wind im Klassenzimmer

Frischer Wind in die Klassenzimmer unserer Kinder – der ist für viele Schulen in Frankfurt unabdingbar. Seit rund 20 Jahren bringt das TUSCHpektakel (Theater und Schule) Darstellenden Kunst und Theater mit der klassischen schulischen Bildung zusammen. 12 Kooperationen zwischen Schulen und Theatern der Stadt waren in diesem Jahr am Start.  Eine Partnerschaft läuft in der Regel über ein Schuljahr – genug Zeit, um gemeinsam Stücke zu entwickeln, Bühnenluft zu schnuppern und kreative Prozesse wirklich zu erleben. Zum Abschluss gibt es dann das große Spektakel mit Aufführungen der Teilnehmenden im Gallustheater. Jährlich erreichen die Projekte mehrere hundert Kinder und Jugendliche. Ziel ist es, kulturelle Teilhabe zu stärken und neue Perspektiven zu eröffnen. Nach vielen Jahren engagierter und prägender Arbeit wird 2026 die langjährige Leiterin des Frankfurter Programms Gundula van den Berg verabschiedet und es wird deutlich: TUSCH ist längst mehr als ein Projekt – es ist ein fester Bestandteil in der  Bildungslandschaft unserer Stadt.

Aus schlichten Grüßen wurden kleine Kunstwerke

„Ich liebe Dich entsetzlich…“, und „Schenken Sie mir Ihr Wohlwollen, oder…“ – ein Betrachter schmunzelt unweigerlich, wenn er durch die aktuelle Ausstellung „Vergnügen durch Verwandlung – Bewegliche Glückwunschkarten aus der Zeit der Romantik“  im Deutschen Romantik Museum schlendert. Billets mit Klappen, Scheiben und Hebeln, die Szenen verwandeln, Figuren in Bewegung setzen und Botschaften übermitteln, begeisterten selbst den großen Goethe. Der Fantasie war keine Grenzen gesetzt, bei der allseits beliebten Modeerscheinung beweglicher Karten zwischen 1796 und etwa 1820. Aus schlichten Grüßen entwickelten sich in dieser Zeit kleine Kunstwerke. Die liebevoll gestaltete Ausstellung, unter anderem durch die Dr. Marschner Stiftung ermöglicht, wurde angeregt durch die Schenkung eines privaten Sammlers und wird ihrem Titel mehr als gerecht. Ergänzt durch bewegliche Kinderbücher, Papierspielzeuge der Zeit, aber auch aktuellen Bezügen, entfaltet die Schau den Zauber einer Epoche, der Verwandlung Vergnügen bereitete. Bis 6. September 2026.

Unterhaltsamer Blick auf unsere vernetzte Gegenwart

„20+1“ im Museum für Kommunikation Frankfurt erweitert die Dauerausstellung des Hauses um einen klug inszenierten Parcours aus 20 Perspektiven auf künstliche Intelligenz und ihre aktuelle Handhabung. Ermöglicht wurde diese Neugestaltung durch die Dr. Marschner Stiftung. Besucherinnen und Besucher erwarten interaktive Medienstationen, kurze Videos, prägnante Texte und überraschende Exponate, die Themen wie Algorithmen, Künstliche Intelligenz oder digitale Öffentlichkeit verständlich machen. 20 Vordenkerinnen und Impulsgeber etwa aus Wissenschaft, Politik und Kultur erläutern auf diesem unterhaltsamen Spaziergang durch die digitale Welt ausgewählte Aspekte und Themenbereiche. Der „+1“-Impuls lädt dazu ein, eigene Standpunkte zu entwickeln und mitzudenken. Kompakt, anschaulich und nah am Alltag verbindet die Ausstellung Information mit einem augenzwinkernden Blick auf unsere vernetzte Gegenwart.

Ein Türöffner in die berufliche Zukunft

Wer glaubt, Karriere beginne erst nach dem Abschluss des Studiums, hat „Grow@Goethe“ noch nicht kennengelernt. Das Mentoring-Programm der Goethe-Universität Frankfurt bringt mit Unterstützung der Dr. Marschner Stiftung jedes Jahr bis zu 350 Studierende mit berufserfahrenen Mentorinnen und Mentoren aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zusammen. Über einen Zeitraum von acht Monaten entstehen so nicht nur wertvolle Kontakte, sondern oft auch echte Perspektiven. In Workshops, Networking-Events und individuellen Gesprächen erhalten die Teilnehmenden Einblicke, die kein Seminar ersetzen kann. Insbesondere profitieren Erstakademiker oder auch ausländische Studierende, die meist nicht über familiäre oder berufliche Netzwerke in Frankfurt und der Region verfügen. So trägt das Programm direkt zur Chancengerechtigkeit und Diversität in der Uni und Region bei. Besonders wertvoll: Mehr als 70 % der Mentees berichten nach dieser Zusammenarbeit von klareren Karrierezielen. „Grow@Goethe“ ist damit weit mehr als ein Zusatzangebot – es ist ein Türöffner in die berufliche Zukunft.

Produktive Teilhabe am Leben Frankfurts

„Ich sehe das, was Du nicht siehst“ soll das Motto des als Sonderbeilage gestalteten, ersten Jugendmagazins im Journal Frankfurt sein. Die Idee zu diesem Thema hatten Schüler der Wöhlerschule und des Heinrich-von-Gagern-Gymnasiums in ihrer „Kick off“ Sitzung mit Redakteuren des Journals. Die 25 Jugendlichen werden aber nicht nur Ideen liefern, sie werden den gesamten Arbeitsprozess eines Magazins mit Hilfe der Redakteure kennenlernen, gestalten und redaktionell umsetzen. Unterstützt wird dieses Vorhaben durch die Dr. Marschner Stiftung. Hintergrund der Zusammenarbeit ist es die Kommunikation Jugendlicher von Social Media Kanälen weg, zu klassischen Medien zu lenken. Die Schulen ebenso wie das Journal Frankfurt möchten junge Menschen wieder für das kulturelle und politische Leben ihrer Stadt begeistern und ihnen eine produktive Teilhabe ermöglichen. Das dies weit über die Macher des Magazins hinaus funktionieren wird, garantiert schon allein die Auflage der Jugend-Beilage: Sie wird in alle 15.000 Exemplaren des Journals einsortiert und ebenso digital zu lesen sein. Ab 27. August am Kiosk.

Frankfurt als Zentrum der Filmpolitik

In seiner 19. Ausgabe präsentierte das LICHTER Filmfest Frankfurt International mehr als 100 Filme aus aller Welt, darunter zahlreiche Welt- und Deutschlandpremieren, und brachte Gäste wie Dominik Graf, Lars Eidinger, Maren Eggert, Burghart Klaußner, Gesine Schwan, Harald Welzer und Claus Kleber nach Frankfurt. Dank des parallel stattfindenden Kongresses „Zukunft Deutscher Film“ wurde die Mainmetropole einmal mehr zum Zentrum der Filmpolitik. Neben der allgemeinen Unterstützung des Frankfurter Cineasten Festes, ermöglichte die Dr. Marschner Stiftung insbesondere den Wettbewerb „Regionaler Langfilm“. 2026 erhielt „In Case We Never Meet Again“ des Regisseurs Noah Deshe den Hauptpreis des Festivals. Der Dokumentarfilm erzählt vom Krieg in der Ukraine, der das Land von einem auf den anderen Tag auf den Kopf stellte. Wie geht dort, wo Krieg herrscht, das Familien- und Beziehungsleben weiter? Nachdem er in Frankfurt seine Premiere feierte, kommt er ab 28. Mai in die Deutschen Kinos.

Ein tosender Applaus für alle Beteiligten

Kann man Spaß und Leidenschaft beurteilen? Eigentlich nicht. Und so ist es für die Jury beim Nachwuchswettbewerb „Grüne Soße Festival macht Schule“ beinahe unmöglich, einen Sieger zu küren. Am Ende des ereignisreichen Vormittags steht aber dennoch eine Gewinnerklasse fest. Und das ist auch gut so: denn die Schüler nehmen die Zubereitung des kulinarischen Kulturgutes Hessens durchaus ernst. An 7 Tagen treten jeweils 7 Schulklassen beim Verarbeiten der berühmten 7 Kräuter gegeneinander an. Unterstützt wird dieses genussfreudige Spektakel vornehmlich durch die Dr. Marschner Stiftung. Aber es geht nicht nur allein um Essen und Trinken. Dem Motto des gesamten Kleinkunstfestivals folgend wird den Schüler zwischendurch auch ein Theaterstück geboten. Ebenso können sie Profiköche, die die Klassen bei der Zubereitung der jeweiligen Saucen unterstützen, alles fragen, was ihnen in den Sinn kommt. Und: Das Gemeinschaftsgefühl der Kinder wird gestärkt, das Kennenlernen anderer Schulen ermöglicht. Wie gut auch dies funktioniert, sieht man bei der Preisübergabe zum Schluß: Nicht jede Klasse jubelt einzeln, egal, wer auf die Bühne gerufen wird, es gibt immer einen tosenden Applaus.

Die archäologisch spektakuläre „Frankfurter Silberinschrift“ ist sicher

Nur 3,5 Zentimeter groß, dünn zusammengerollt und rund 1800 Jahre alt: Die „Frankfurter Silberinschrift“ gehört zu den spektakulärsten archäologischen Entdeckungen der letzten Jahre. Bemerkenswert ist vor allem ihre Datierung, mit der sie zu einem der frühesten sicheren Nachweise eines eindeutig christlichen Textes nördlich der Alpen wird. Dank der Dr. Marschner Stiftung, die dem Frankfurter Archäologischen Museum die Anschaffung einer Hochsicherheitsvitrine mit Schadstofffilterung ermöglichte, kann der einzigartige Fund sicher, konservatorisch korrekt und für das Publikum attraktiv präsentiert werden. Die „Frankfurter Silberinschrift“ begeistert nicht nur Experten weltweit sondern zieht viele neue Besucher in das Museum in der Karmelitergasse. Und nachdem auch die Polizei die neue Vitrine sicherheitstechnisch abgenommen hat, kann Dr. Wolfgang David, Leiter des Hauses, wieder „deutlich ruhiger schlafen“.

In einem Museumsraum sind drei besondere Teppiche zu sehen

Gesellschaftspolitische Kommentare in ungewöhnlicher Materialität

Widerstand ist insbesondere in der aktuellen Zeit ein häufig genutztes, fast schon abgenutztes Wort. Welch vielschichtige und tiefgreifende Bedeutung Widerstand tatsächlich beinhaltet, wird in der außergewöhnlichen Ausstellung „Wolle. Seide. Widerstand“ des Frankfurter Museums für Angewandte Kunst sichtbar, unterstützt von der Dr. Marschner Stiftung. Die Schau präsentiert Teppiche internationaler, zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler, darunter Arbeiten von William Kentridge und Tobias Rehberger, die sich mit Themen des politischen Widerstands, individueller und kollektiver Resilienz sowie Resistenz befassen. Illegitim empfundene Herrschaftsordnungen und Machtausübungen, Traditionalismus, Diskriminierung, Rassismus, Traumata oder Umweltzerstörung werden thematisiert und hinterfragt. Über diese gesellschaftspolitischen Kommentare hinaus, sprengen die Tapisserien durch ihre ungewöhnliche Materialität und Dreidimensionalität Räume der traditionellen Wahrnehmung. Bis 24. Mai 2026.