Woher kommt der Flip-Flop?

Gegenüberstellung eröffnet Einblicke. Copyright Laura Bricht, Deutsches Leder Museum

Das Sprichwort „Zwei linke Füßen haben“ kennt jeder, doch dass es tatsächlich eine Zeit gab, in der kein linker und kein rechter Schuh getragen wurde, sondern nur eine Form – den sogenannten Wendeschuh – für beide Füße, dass weiß heutzutage kaum jemand mehr. „Seit wann gibt es einen rechten und linken Schuh?“ ist nur eine Frage, die die kulturwissenschaftlich hervorragend aufgearbeitete, spannende und manchmal auch zum Schmunzeln anregende Ausstellung „Step by Step. Schuh.Design im Wandel“ im Deutschen Ledermuseum in Offenbach untersucht. Durch die Dr. Marschner Stiftung ermöglicht, stellte das Museum, das selbst über eine weltweit einzigartige Schuhsammlung verfügt, eine wunderbare Schau mit Beispielen aus aller Welt und durch alle Zeiten zusammen. Woher kommt der Flip-Flop? Wie hat sich der Absatz entwickelt? Worin besteht der erotische Reiz bestimmter Schuhe? Zum einen thematisch zum anderen chronologisch gegliedert sind 150 ausgewählte Schuhpaare zu sehen. Es werden einzigartige Exponate aus der Sammlung des Hauses, wie etwa peruanische Sandalen von 300 – 200 v. Chr. und Kinderschuhe aus dem 18. Jahrhundert, zeitgenössischen Modellen namhafter Designern z.B. Jimmy Choo oder den aktuellen Kultobjekten „Adiletten“ gegenübergestellt. Der Besucher erfährt etwas über den Ursprung der berühmten roten Sohle der Louboutin-Pumps und lernt den Schuh als politisches sowie gesellschaftshistorisches Statement zu verstehen. Bis 21. Mai 2020.

Ein Museum hinterfragt sich selbst

Ausstellungsansicht, Foto: Dr. Marschner Stiftung

„Was ist die Aufgabe eines Museums, der Kunst per se?“ – Diese Frage definiert die Direktorin Susanne Pfeffer als Ausgangspunkt der neuen Ausstellung im Museum MMK. Ermöglicht wurde die aktuelle Schau, die den einfachen aber dafür umso inhaltlich vielschichtigeren Titel „Museum“ trägt, von der Dr. Marschner Stiftung. „Ein Museum der Gegenwart muss immer ein anderes sein,“ ist im begleitenden Booklet zu lesen. Immer anders – weil unsere Gesellschaft sich im permanenten Wandel befindet und die Kunst auch ein Spiegel unsere jeweils aktuellen Gegenwart ist. Die gezeigten Werke, darunter Arbeiten aus der Sammlung, Neuproduktionen und internationale Leihgaben, beschäftigen sich somit auch mit den Grenzen der Gesellschaft und jedes einzelnen Individuums. Sie werfen Fragen zu Rassen- und Geschlechterkonflikten auf, beobachten das Verhältnis von Kultur versus Natur und sind selbst poetische wie humorvolle Bilder eines steten Wandels. Zu sehen sind Werke von über 35 Künstlern, wie Michael Asher, Joseph Beuys, Tracey Emin, Martin Kippenberger, Blinky Palermo, Rosemarie Trockel und Jeff Wall. In dieser vielfältigen Zusammenstellung und breitgefächerten Präsentation soll nicht die kritische Hinterfragung einer Institution an sich im Mittelpunkt stehen, sondern ihre Möglichkeiten. Bis 16. Februar 2020.

Der Struwelpeter kehrt Heim

Die Figur Hans Guck-in-die-Luft und seine literarischen Geschwister. Foto: Dr. Marschner Stiftung

Nach über 175 Jahren – davon 40 Jahre in der Schubertstrasse im Frankfurter Westend – kehrt die weltbekannte Figur des Struwelpeters zurück an den Ort ihrer Erschaffung: In der Frankfurter Neuen Altstadt eröffnete in zwei Häusern am Hühnermarkt das neugestaltete Struwelpetermuseum. Auf 600 Quadratmetern werden Geschichten über und um den optisch markanten, viel analysierten Jungen anhand von Buchausgaben, Kunst und Devotionalien illustriert. Drei interaktive Elemente wurden in die Dauerausstellung integriert und erlauben nicht nur Kindern den Struwelpeter und Figuren wie Hans Guck-in-die-Luft oder Paulinchen spielerisch zu entdecken. Ermöglicht wurden diese sogenannten Geschichteninseln mit Hilfe der Dr. Marschner Stiftung. Auch um den Schöpfer der bis heute berühmten Figuren, den Psychiater Heinrich Hoffmann geht es in der Ausstellung, die sich über zwei Stockwerke erstreckt. Zusätzlich bietet das Museum Raum für Sonderausstellungen. Ganz im Sinne Hoffmanns ist auch das integrative Konzept des Museum: In Kooperation mit der Frankfurter Werkgemeinschaft arbeiten dort Menschen mit und ohne Beeinträchtigung.

17. Kinderuni erneut ein großer Erfolg

Antworten stets erlaubt: Grün bedeutet ja, Rot bedeutet nein. Copyright Foto: Uwe Dettmar, Goethe-Universität Frankfurt

2019 ging die Kinder-Uni der Frankfurter Goethe-Universität mit erneuter Unterstützung der Dr. Marschner Stiftung in die 17. Runde. Die Nachfrage und der Erfolg waren wieder enorm. Über 11.000 Kinder besuchten an den vier Programmtagen den Campus Westend. An den acht Vormittagsvorlesungen waren davon 9200 Plätze an Schulklassen aus dem gesamten südhessischen Raum vergeben. An den Nachmittagen war das Audimax von Kindern mit ihren Eltern nahezu voll besetzt. Alle bekamen einen „Studie-Ausweis“, durften Fragebögen zum jeweiligen Thema ausfüllen und tolle Preise gewinnen. Aber vor allem konnten die zukünftigen Studenten wieder spannende Vorträge hören und viele neue Sachen lernen: Los ging es mit der Meeresbiologin Angela Brandt, die mit den Kindern in die geheime Welt der Tiefsee abtauchte. Am zweiten Tag konnte man sich über die Anfänge des Kinos informieren. Danach lernten die Kinder das vielfältige jüdische Leben in Frankfurt kennen. Und zum Abschluss wurde der Tanz der Moleküle zum Thema „Wer stellt eigentlich Antibiotika her?“ vorgeführt.

Nicht nur reden sondern handeln

Unterschiedliche Materialien für eine gute Hausaufgabenbetreuung. Foto: Dr. Marschner Stiftung

„Unser Ziel ist es, nicht nur über bedürftige Mädchen zu reden, sondern auch zu handeln,“ so Maneesorn Koldehofe, Leiterin des Frankfurter Mädchenbüros Milena. Seit 2016 bietet die Bildungs- und Integrationseinrichtung neben Deutschkursen für geflüchtete Frauen unter anderem auch Hausaufgabenbetreuung für Mädchen zwischen neun und 21 Jahren an. Die Dr. Marschner Stiftung finanziert hierfür nicht nur die personelle Unterstützung sondern vor allem auch das oft dringend notwendige Schulmaterial. Viele Eltern insbesondere alleinerziehende Mütter mit mehreren Kindern haben meist nicht die Möglichkeit, regelmäßig Hefte, Taschenrechner oder manchmal auch Schulbücher zu kaufen. Aktuell kommen 46 Mädchen auf vier Tage in der Woche verteilt nach der Schule ins Büro. Wobei Büro eigentlich der falsche Name ist: Für viele der Kinder, Jugendlichen oder jungen Erwachsenen ist ‚Milena‘ eine zweite Heimat geworden. Neben Hausaufgabenbetreuung, Hilfe bei Vorbereitungen auf Abschlussprüfungen oder auf Bewerbungsgespräche in extra Zimmern wird im gemütlichen Teil der Räumlichkeiten auch Mittag gegessen, gequatscht oder einfach mal gechillt.

Reiten stimuliert das Gehirn

Ursula Schüßler hilft Esila auf Lotte. Foto: Dr. Marschner Stiftung

Esila strahlt über das ganze Gesicht. Das neunjährige Mädchen besucht die Offenbacher Fröbelschule, eine Schule mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung und einer Abteilung für körperlich-motorische Entwicklung. Esila gehört außerdem zu einer Gruppe Kinder, die im Wechsel alle 14 Tage auf den integrativen Reitstall von Ursula Schüßler in Dietzenbach können. Dank der Unterstützung der Dr. Marschner Stiftung ist der regelmäßige Transport der Schüler auf den Hof gewährleistet. Dort dürfen sie Pferde streicheln und natürlich auch reiten – montags auf Lotte und dienstags auf Montana. Zwei altgediente Pferde, die ruhig und gelassen sind. Denn Ruhe brauchen die Reittiere: Die Kinder der Fröbelschule, die meist sowohl durch eine körperliche als auch durch eine geistige Behinderung beeinträchtigt sind, quietschen vor Freude und laufen aufgeregt über den Pferdehof. Ursula Schüßler selbst arbeitet schon seit 30 Jahren im integrativen Reiten, freut sich aber dennoch jeden Tag aufs Neue über den Spaß, den die Kinder mit ihren Pferden haben. Doch Spaß ist nicht das allein Entscheidende an diesem Projekt: Uta Berg, stellvertretende Schulleiterin der Fröbelschule erklärt: „Die Körperkoordination der Kinder beim Reiten ist wichtig. Die Muskeln müssen aktiviert und konzentriert eingesetzt werden. So wird auch das Gehirn stimuliert.“

Klug, souverän, erstaunlich aktuell

Ausstellungsansicht, Foto: Dr. Marschner Stiftung, Copyright Goethe-Haus Frankfurt

Vor genau 200 Jahren erschien die Erstausgabe von Johann Wolfgang von Goethes „West-östlicher Divan“. Es gilt unter Experten als umfang- und auch facettenreichstes Gedichtensemble seines Gesamtwerkes. Das Frankfurter Goethe-Haus zeigt nun in der Ausstellung „,Poetische Perlen’ aus dem ,ungeheuren Stoff’ des Orients“ an 17 Gedicht-Beispielen – davon 14 in original Ausgaben – wie der Dichter für die Literatur und Kultur Persiens und Arabiens, insbesondere für den persischen Dichter Hafis entflammte und diese literarisch verarbeitete. Die Ausstellung, die unter anderem durch die Dr. Marschner Stiftung ermöglicht wurde, wird ergänzt durch sogenannte Palimpseste des zeitgenössischen Künstlers Axel Malik, der hiermit auf arabische Schreibübungen Goethes reagierte. Wie ist Goethe mit der Orientalik umgegangen? Wie verwandeln sich diese Einflüsse in Goethes Poesie? Wie so oft ist Goethe in dem herausragenden Alterswerk des „West-östlichen Divans“ seiner Zeit voraus bzw. von überraschender Aktualität: Die Gedichte entwerfen ein Oszillieren zwischen Osten und Westen, das Sprachen, Literaturen und Kulturen miteinander in Dialog bringt. „Wer heute, in unseren Zeiten der Globalisierung und weltweiten Vernetzung, aber auch der Konflikt zwischen ,westlicher’ und ,östlicher’ Welt, auf den ,west-östlichen Divan’ blickt, wird erstaunt sein, wie klug, souverän und aktuell Goethe dichtete…,“ so die Kuratorin der Ausstellung Anke Bosse. Bis 23. Oktober 2019.

Achtsamkeit steht im Vordergrund

Genaues Hinschauen ist entscheidend. Foto: Wolfgang Zuborn, Copyright Fotografie Forum Frankfurt

„Es geht darum, einen eigenen Blick zu finden, den eigenen Stil zu entdecken,“ beschreibt Jutta Stocksiefen vom Fotografie Forum Frankfurt (FFF) den Ansatz der Junior Fotoworkshops. Mehrmals in den Ferien bietet das FFF viertägige Workshops  – seit einigen Jahren unterstützt durch die Dr. Marschner Stiftung – für Kinder und Jugendliche zu unterschiedlichen Themen der Fotografie an. In diesen Sommerferien dreht sich alles um Streetfotografie, aber auch Industriekultur oder Avantgarde standen schon im Fokus. Aus Kinderhäusern oder Horten in ganz Frankfurt kommen Gruppen im Alter zwischen 9 und 18 Jahren zu dem beliebten Projekt – manche gerne immer wieder. Alle Kinder und Jugendliche bekommen für die Dauer des Workshops eine eigene professionelle Kamera zur Verfügung gestellt. Bereits im Umgang mit dieser stehen Wertschätzung und Achtsamkeit im Vordergrund. Achtsamkeit bzw. ein achtsames Auge ist dann auch bei den täglichen Streifzügen durch das Stadtgebiet entscheidend. Jeder darf fotografieren, was er zum Thema entdeckt, ganz in Eigenregie und nur mit wenig Anleitung durch die Experten des FFFs. Am nächsten Tag wird dann gemeinsam mit dem professionellen Fotografen Wolfgang Zuborn eine Auswahl der Ergebnisse besprochen, ausgewertet oder auch kritisch reflektiert. Dies ist ein besonders wichtiger Teil der Workshops, da die jungen Teilnehmer in diesen Besprechungen oft unerwartet große Wertschätzung innerhalb der Gruppe erfahren und ihr eigenes kreatives Potenzial entdecken.

Schätze aus dem Schutt

Fundstück im Schutt, Foto: Uwe Dettmar, Copyright Dommuseum Frankfurt

Die Frankfurter Kirche St. Leonhard hat seit ihrer Erbauung vor rund 800 Jahren viel gesehen und erlebt: Sie diente unzähligen Pilgern als Anlaufpunkt auf dem Weg nach Jerusalem, beherbergte tausende Obdachlose und sogar Gefangene in mehreren Kriegen und immer wieder wurden ihre Grundmauern vom nahegelegenen Fluß Main überschwemmt. Seit rund zehn Jahren nun wird der Kircheninnenraum aufwendig saniert und restauriert. Die wichtigsten und spannendsten Objekte, die der dabei durchsiebte Schutt ans Tageslicht beförderte, sind nun zu sehen: „Schätze aus dem Schutt. 800 Jahre St. Leonhard“ heißt die aktuelle Ausstellung im Sakristeum und Dommuseum Frankfurt. Die dort präsentierten 70 Exponate bringen „die Geschichte St. Leonhards zum sprechen,“ so die Kuratorin Verena Smit. „Die Ausstellungsbesucher erhalten Einblicke hinter die Kulissen sowohl der Handwerker von damals als auch der heutigen Restaurierungsarbeiten.“ Die Ausstellung dokumentiert also nicht nur die Geschichte einer der schönsten Frankfurter Kirchen „von unten“ sondern sie legt auch einen starken Akzent auf die Aufgaben und die Methoden aktueller Mittelalterarchäologie und Denkmalpflege. Zu verdanken ist dies auch der engen inhaltlichen Zusammenarbeit des Dommuseums mit dem Archäologischen Museum Frankfurt, dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen und dem Denkmalamt der Stadt Frankfurt. Gefördert wurde die Ausstellung unter anderem von der Dr. Marschner Stiftung. Bis 19. Januar 2020.

Schönheit macht Freude

Ausstellungsansicht, Foto: Dr. Marschner Stiftung

Blau ist die Lieblingsfarbe aller Weltkulturen: Blau – wie ein sonniger, klarer Himmel; Blau – wie ein friedliches, ruhiges Meer. Dies hat zumindest der Grafikdesigner Stefan Sagmeister in Umfragen festgestellt. Deshalb ist Blau auch die Wandfarbe der aktuellen Ausstellung „Sagmeister & Walsh: Beauty“ im Museum angewandte Kunst in Frankfurt, deren Hauptförderer die Dr. Marschner Stiftung ist. Mit diesem Ausstellungsprojekt liefern der in New York lebende Sagmeister und seine Studiopartnerin Jessica Walsh ein visuell starkes, multimediales Plädoyer für die Lust am Schönen. Selbst Designer würden im Blick auf das Funktionale die Schönheit eines Produktes vergessen, so Sagmeister. Sie selbst würden versuchen auch beim Problem lösen einen schönen Moment in das Leben der Menschen zu bringen. Die Schau untersucht, warum sich Menschen von Schönheit angezogen fühlen und welche positiven Effekte Schönheit haben kann. Anhand von Beispielen aus den Bereichen Grafik, Produktdesign, Architektur und Stadtplanung demonstrieren Sagmeister & Walsh oft auch an interaktiven Stationen, dass schöne Objekte, Gebäude und Strategien nicht nur mehr Freude machen, sondern tatsächlich besser funktionieren. Bis 15. September 2019.

Zwischen Ordnung und Chaos

Ausstellungsansicht, Foto: Dr. Marschner Stiftung

225 kleine weiße Holzscheiben, mit dünnen schwarzen Fäden in Reih und Glied an kleinen Motoren an der Decke befestigt, drehen sich unaufhörlich im Kreis. Im ersten Moment sehen sie alle gleich aus, doch jede hat sein eigenes Tempo, manche brechen kurzzeitig aus dem vorgegeben Rahmen aus, um sich dann – fast beschämt – wieder einzuordnen. „225 prepared dc-motors, 720m rope, wooden discs a 100 mm, 2019“ ist der Titel der Installation, die der Künstler Zimoun eigens für den Frankfurter saasfee*pavillon angefertigt hat. Der Hauptförderer dieser raumgreifenden Arbeit ist die Dr. Marschner Stiftung. Der international renommierte Schweizer Zimoun ist bekannt für seine ortsspezifischen Installationen, die häufig in Verbindung mit dem Begriff der Klangarchitektur gebracht werden. Er bewegt sich mit ihnen im Spannungsfeld zwischen Ordnung und Chaos, zwischen Individualität und Masse. Schlichte alltägliche oder industriell angefertigte Materialien, wie Karton, Holz oder Papier, werden dabei mit den physikalischen Verfahren der Rotation und Oszillation in Bewegung und zum Erklingen gebracht. Ein Betrachter findet sich in einem erlebbaren, emotional aufgeladenen Klangraum wieder. Bis 6. Juni 2019.

Mit einem Lachen helfen

„Harry Hansen“ – Leiterin Rosi Pfeiffer, Foto: Dr. Marschner Stiftung

Da stehen die Damen- und Herrenschuhe in Reih und Glied. T-Shirts, Blusen und Hemden sind ordentlich nach Größen geordnet und die neu gespendeten Kleidersäcke warten schon auf Durchsicht. In der tipp-topp geführten Kleiderstube „Harry Hansen“ ist immer viel zu tun. Aber die Leiterin Rosi Pfeiffer, die schon seit gut 15 Jahren mit dabei ist, kommentiert dies nur mit einem Lachen. Sie und ihre acht ehrenamtlichen Helferinnen kommen dienstags und donnerstags nachmittags, wenn die Kleiderstube des AWO Ortsvereins Bockenheim in der Leipziger Straße geöffnet hat, immer gerne. Denn hier wird nicht nur sortiert, gebügelt und eingeräumt, man spricht auch mit den Menschen, die hier, manche auch ganz regelmäßig, vorbei kommen. Für Familien, Obdachlose, Arbeitslose oder auch Studenten ist die Kleiderstube eine feste Institution. Jede Saison gibt es neue Ware, neben Kleidung auch unterschiedliche Accessoires oder etwa Schulranzen. Gespendet werden die Artikel z.B. von Haushaltsauflösungen oder Privatpersonen. Sonstige Kosten, wie etwa Miete, kann die Kleiderstube, die sich in den Kellerräumen eines ehemaligen Tonstudios des Songwriters Harry Hansen befindet, nur über Unterstützer wie etwa die Dr. Marschner Stiftung tragen. Ohne die ehrenamtlichen Helferinnen aber wäre es nicht machbar. Und diese schmieden bereits wieder neue Pläne für das 20jährige Jubiläum der Kleiderstube im kommenden Jahr.

Das Leben als Projekt

Ein sanierter Gruppenraum der Kita, Foto: Kita Martin-Luther-Park

„Inklusion ist zu 80 Prozent Haltung,“ so Ulrike Bach, Leiterin der Integrativen Kindertagesstätte Martin-Luther-Park. Diese Haltung wird von ihr und ihrem Team jeden Tag aufs Neue gefordert. In der Offenbacher Kita gibt es fünf Integrationsgruppen für 3- bis 6-jährige Kinder, von diesen 75 Kindern haben 25 Behinderungen unterschiedlich schweren Grades. Seit 2014 gibt es zusätzlich noch drei U3-Gruppen mit maximal 30 Kindern. Hier sind in jeder Gruppe jeweils 3 Kinder mit Behinderung. Nicht nur die Eltern der behinderten Kinder suchen die Kita bewußt aus, alle Eltern, deren Kinder die Einrichtung besuchen, wissen genau, auf was sie sich einlassen. Wobei sich die Erwachsenen meist mehr Gedanken machen als die Kinder. Hier leben, spielen und lernen alle zusammen, mit viel Freiheit ohne Druck, der zum Beispiel bei integrativen Schulen oft vorhanden ist. Ulrike Bach erklärt: „Unser großes Kita-Projekt ist es, kein Projekt zu haben. Das Leben ist unser Projekt.“. So nehmen sie sich viel Zeit dem Alltag nachzuspüren: Wie funktioniert die Post, wie mähe ich einen Rasen? Die Kita hat ein großes Aussengelände, in dem es auch täglich Neues zu entdecken gibt. Doch ganz ohne spezielles Projekt geht es auch im Martin-Luther-Park nicht. Da der Bau der Kita nun einige Jahre zurück liegt, müssen die Gruppenräume nach und nach den aktuellen Sicherheits- und Hygienebedingungen angepasst werden. Dank unter anderem der Hilfe der Dr. Marschner-Stiftung, konnte dies bereits bei zwei Räumen umgesetzt werden, weitere warten auf ihren Umbau.

And This is Us: Junge Kunst in Frankfurt

Max Geisler, Protect your neck, Ausstellungsansicht, Foto: Norbert Miguletz, Copyright FKV, Courtesy: the artist

Der Frankfurter Kunstverein bietet Raum: Raum für acht junge, aufstrebende Künstlerinnen und Künstler aus dem Rhein-Main Gebiet. Unterstützt durch die Dr. Marschner Stiftung erhalten sie zum Teil zum ersten Mal die Möglichkeit, ihre Werke auf institutioneller Ebene zu präsentieren. Die Gruppenausstellung verfolgt das Ziel, die Vielfalt heutiger künstlerischer Praktiken aufzuzeigen. Ihre Auswahl soll die Situation Frankfurts als einen wichtigen Schauplatz gegenwärtiger Kunstpraxis widerspiegeln und die hier verortete, facettenreiche Kultur aktueller Kunstproduktion aufzeigen. Ausgebildet an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste-Städelschule und der Hochschule für Gestaltung Offenbach finden die Bildhauer, Maler und Videokünstler in „And This is Us“ Freiraum, ihre inhaltlichen Positionen weiterzuentwickeln und neue Ideen zu realisieren. So geben die spannenden Werke, die spezifisch für die Räumlichkeiten des Kunstvereins entstanden sind, Einblicke in die Themen und Formate, die die Arbeit der jungen Talente ausmachen. Die Ausstellung wird ergänzt durch wöchentliche Künstlergespräche. Bis 12. Mai 2019.

Am Puls der Zeit

Michael Quast, Direktor Volksbühne. Foto: Dr. Marschner Stiftung

Das große Ziel, „daß die Fliegende Volksbühne einmal landen wird“, so Direktor Michael Quast, ist erstmal geschafft. Nach zehn Jahren auf Wanderschaft durch die unterschiedlichsten Spielstätten in Frankfurt erhält das Mundarttheater einen feste Platz und eröffnet am 19.9.2019 – unter anderem mit Unterstützung der Dr. Marschner Stiftung – im neu renovierten, zum Teil denkmalgeschützten Cantate-Saal, in der Nachbarschaft zum Goethe-Haus. Auch wenn sich die Frankfurter nun über ein neues festinstalliertes Theater freuen können, ein vollfunktionierender Betrieb muss finanziert sein. Neben der hohen Innenstadtmiete, die zu stemmen ist, war das Theater mit der gesamten technischen Ausrüstung, über die Publikumsgarderobe, die Bestuhlung bis hin zum Pausengong neu auszustatten. Wichtig ist den Machern auch die „Hinwendung zum Publikum nicht nur von der Bühne aus“, unterstreicht Quast, und so soll bereits eine gemütliche Gastronomie im Foyerbereich atmosphärisch auf die Besucher wirken. Inhaltlich wird mit dem Goethe-Epos „Reineke Fuchs“ gestartet. Volkstümlich, komödiantisch, aber auch politisch brisant und am Puls der Zeit sind die Themen, die die Volksbühne interessieren. Neben 5 großen Premieren im neuen Haus gibt es einige spannende Extras, wie die sogenannte „Rauscher-Nacht“ oder das Figurentheater „Macbeth für Anfänger“. Ebenso kommen Familienstücke wie „Peterchens Mondfahrt“ oder Gastspiele wie die Jugend-Tanz-Performance „Wonderland“ auf die Bühne.

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Perspektivenwechsel

Ausstellungsansicht, Foto: Dr. Marschner Stiftung

Mal ärgerlich, mal hilfreich oder oft auch problematisch: Das Vergessen. Ein vielseitiges, wie spannendes Thema. Das Historische Museum Frankfurt setzt sich hiermit in seiner großen Sonderausstellung „Vergessen – Warum wir nicht alles erinnern“ auseinander. Das Museum – als Ort des Erinnerns – wagt mit dieser Schau den Perspektivenwechsel auf das individuelle und kollektive Gedächtnis. Denn, das Vergessen ermöglicht erst das Erinnern. Ohne die Auswahl oder Konzentration unseres Gehirns auf bestimmte Geschehnisse würde in unserem Gedächtnis Nichts haften bleiben. Es wird deutlich: Vergessen und Erinnern sind zwei Seiten derselben Medaille. 

Die Verlaufsstruktur der Ausstellung ist in acht Themeninseln, wie etwa „Unser Vergessen – unsere Identität“, „Die Vergangenheit verleugnen“ und „Das Vergessen überwinden?“ gegliedert. Diese sind mit zeitgenössischen Kunstwerken durchflochten, die zum Teil extra für die Ausstellung angefertigt wurden. Hervorzuheben sind hier die sogenannten „Electrical Walks“, die sich beginnend im Museum durch die Frankfurter Altstadt ziehen und einen auditiven Aspekt des Vergessens eröffnen. Die Ausstellung wird unter anderem von der Dr. Marschner Stiftung unterstützt. Bis 14. Juli 2019. 

Zwischen Sehnsucht und Alltag

Ausschnitt Plakat Filmfestival

„Natur“ ist das Schwerpunktthema des 12. Lichter Filmfests Frankfurt International. „Wie in den vergangenen Jahren haben wir mit dem Thema Natur eine der gesellschaftspolitisch drängendsten Fragen unserer Zeit ins Festival geholt,“ sagt Festivalleiter Gregor Maria Schubert. Vom 26. bis 31. März 2019 können sich Besucher des Filmfestes, das die Dr. Marschner Stiftung mit unterstützt, auf mehr als 100 Filme, anschließende Gesprächsrunden und Begleitveranstaltungen freuen. Es werden nicht nur die Schattenseiten des menschlichen Verhaltens aufgezeigt. Die Festivalverantwortlichen machten sich ebenso auf die Suche nach künstlerischen Positionen, in denen die Schönheit der Welt auf die Leinwand gebracht wurde. Es geht nicht allein um Landverlust und Eroberung von Ressourcen, sondern etwa auch um den Zwiespalt des Menschen zwischen Sehnsucht und Alltag. Johanna Süß, stellvertretende Festivaldirektorin: „Unser großer Wunsch ist es vor allem, dass sich die Zuschauer auf Filme einlassen, von denen sie noch nicht gehört haben.“ Neben dem Schwerpunkt „Natur“ sind weitere Sektionen des Festivals „Zukunft Deutscher Film“ mit Erstlingswerken und neuen Regie-Hoffnungen, regionale Filme, die die Vielfalt des hessischen Filmschaffens zeigen, und der „Lichter VR Sorytelling Award“. 

Tanzbegeisterung in Rhein-Main

Foto: Copyright Jessica Schäfer

Es dreht sich alles um Tanz: Die Tanzplattform Rhein-Main entwickelt eine Vielfalt von Produktions-, Aufführungs- und Vermittlungsformaten, die sich sowohl an Tanzprofis richten, als auch an Laien und an ein tanzbegeistertes Publikum. Neben der Umsetzung vieler beliebter Formate ist auch die Vernetzung von Akteuren und Institutionen regional und überregional in den letzten Jahren immer stärker in den Fokus getreten. Die Begeisterung für Tanz auf allen Gebieten steht im Vordergrund. Die Tanzplattform Rhein-Main ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Künstlerhaus Mousonturm und dem Hessischen Staatsballett, das wiederum zu den beiden Staatstheatern in Darmstadt und Wiesbaden gehört. Erstmals haben sich damit die Tanzsparte zweier Staatstheater und ein internationales Produktionshaus über einen längeren Zeitraum zusammengetan – und bringen ihren kreativen Input, ihre Ideen und Erfahrungen ein.  

Auch für die kommenden Jahre sind wieder außergewöhnliche Formate in Arbeit, so etwa tanzmedizinische Beratung oder eine tanzpädagogische Weiterbildung für Erzieher. Die Dr. Marschner Stiftung verlängert ihre Unterstützung dieser spannenden Vorhaben für die nächsten drei Jahre.

Du bist es uns wert

Foto: Dr. Marschner Stiftung

Der kleine Frühstücksraum des Franziskustreffs in der Frankfurter Innenstadt platzt aus allen Nähten. Bis zu 180 Gäste, so die Bezeichnung des Kapuzinerbruders Paulus Terwitte für Obdachlose, Arbeitssuchende, einsame Menschen, finden sich jeden Morgen im Schäfergässchen ein. Der Bedarf nach einer Mahlzeit am Morgen, einem guten Gespräch oder einfach einer ruhigen Minute im Alltagstrubel wächst. Deshalb planen die Ordensbrüder schon seit über drei Jahren eine Ausweitung des eingeengten Frühstückstreffs, vor allem auch um eine ungestörte und angemessene Sozialberatung zu bieten. Diese schließt etwa emotionale Unterstützung, Familienzusammenführung oder konkrete Hilfe beim Ausfüllen von Formularen ein. Die Kapuziner möchten nicht zwischen Tür und Angel bedürftige Menschen unterstützen, sondern durch eine qualitativ hochwertige, repräsentative Raumsituation zeigen, dass sie jeden Einzelnen ernst nehmen und wertschätzen. Neben dem Eingang des Franziskustreffs können sie nun endlich – auch mit Hilfe der Dr. Marschner Stiftung –  einen Beratungs- und Gesprächsraum sowie einen Arbeitsplatz für die Sozialberatung anbauen und einrichten. Hiermit ist der Traum erfüllt, die sehr beengte Situation zu überwinden und jedem Gast zu zeigen: „Du bist es uns wert!“

Wenn Barrieren fallen

Foto: Dr. Marschner Stiftung

Das Haus ist voll. „Rappelvoll“, so die Geschäftsführerin Klara Kletzka. Jeden Tag. Über Besuchermangel kann das Frankfurter DialogMuseum nicht klagen: Schulklassen, Erwachsenengruppen, Familien und Einzelbesucher jeden Alters. Ein besonderes Projekt, das die Dr. Marschner Stiftung unterstützt, ist der „Unsichtbare Freund“ für Schüler der Jahrgangsstufe 6. In der Ausstellung „Dialog im Dunkel“ an die Erlebniswelt blinder Menschen herangeführt, können die Schüler anschließend gemeinsam mit einer blinden Pädagogin ein Diplom erwerben, in dem sie beweisen, dass sie Erlebtes auch in ihrem Alltag praktisch umsetzen können. So bekommt das Museum oft Rückmeldung, dass sich die Schüler nach dem Besuch des Projektes trauen, blinde Menschen anzusprechen und ihnen zu helfen. Pro Jahre bewerben sich über 100 Klassen für das Projekt, doch nur 20 können genommen werden. Mit Abschluß der diesjährigen 15. Staffel haben insgesamt rund 6350 Kinder teilgenommen. Voraussichtlich wird dies nicht die letzte Staffel sein. Bis vor kurzem musste das Museum zwar noch zittern, doch jetzt steht fest: Auch wenn es seine Räume in der Hanauer Landstrasse Ende 2018 verlassen muss, 2019 geht es weiter. Vor kurzem hat es von der Stadt die Zusage bekommen, in die B-Ebene der Hauptwache ziehen zu können. Die Dr. Marschner Stiftung wird das Museum auch bei diesem Neuaufbau unterstützen. Somit bleibt Frankfurt eine wichtige kulturelle und soziale Institution erhalten. 

Wie erkläre ich es meinem Kind?

Copyright: Hilfe für Krebskranke Kinder e.V.

Der Verein „Hilfe für Kinder krebskranker Eltern e.V.“ hat erkannt, wo Hilfestellung besonders wichtig und notwendig ist: Eine Krebserkrankung bedeutet nicht nur für die Betroffenen einen schweren Lebenseinschnitt; auch die ganze Familie, insbesondere die Kinder sind betroffen. Der 1997 gegründete Verein kümmert sich mit unterschiedlichen Angeboten, wie Gruppen-, Einzelgesprächen oder Familienwochenenden, gezielt um Kinder aller Altersgruppen von Krebspatienten. Ein wichtiger Bestandteil dieser Aktivitäten sind die kostenlosen Broschüren „Mit Kindern über Krebs sprechen“, ein Ratgeber für Eltern, die an Krebs erkrankt sind, und „Was jetzt für Dich wichtig ist“ ein Ratgeber von Jugendlichen für Jugendliche. Die Dr. Marschner Stiftung unterstützt den Verein seit nunmehr 10 Jahren durch die Finanzierung dieser Broschüren.

Die Dr. Marschner Stiftung sprach mit Professor Christian Jackisch, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe im Sana Klinikum Offenbach und Vorstand des Vereins.

Zum Interview

DMS: Welche Zielsetzung verfolgt „Hilfe für Kinder krebskranker Eltern“?

PCJ: Wir richten uns an Eltern mit einer Krebserkrankung. Aber vorrangig soll den Kindern dieser Patienten geholfen werden. Oft sind es vor allem Mütter, deren erster Gedanke bei einer entsprechenden Diagnose nicht sich selbst, sondern ihren Kindern gilt: ‚Wie erkläre ich es meinem Kind?‘ Und da die meisten Eltern hier verständlicherweise keine Profis sind, bietet sich eine Hilfestellung für derart schwierige Gespräche an. Dies können und wollen wir bieten. Wir wollen eine stabile, starke Brücke zwischen Eltern und Kind sein.

DMS: Inwiefern helfen hier die beiden Broschüren „Mit Kindern über Krebs sprechen“ und „Was jetzt für Dich wichtig ist“ des Vereins, die die Dr. Marschner Stiftung unterstützt?

PCJ:  Die Broschüren sind sehr wichtig, um zu informieren und um erste Barrieren abzubauen. Die Betroffenen benötigen meist Zeit, um sich in ihrer Situation zurecht zu finden. Eine Broschüre kann ich erst einmal mitnehmen; sie zu Hause in Ruhe durchgehen. Ich kann mich in meinem Tempo zu einem Zeitpunkt, den ich wähle, auf das Thema einlassen. Man kann und muß sich schon allein durch das Medium bedingt darauf konzentrieren. Neben den Broschüren versuchen wir für Kinder und Jugendliche eine weitere, zeitgemäße Vermittlung zu bieten: Vor über zwei Jahren haben wir zusätzlich die interaktive App „Der Zauberbaum“ zum Thema entwickelt.

DMS: Wo werden die Broschüren überall genutzt? Welches Feedback erhält der Verein?

PCJ: Die neunte Auflage der Broschüren von jeweils 10.000 Exemplaren ist jetzt ausgegeben und wir werden – Dank Ihrer Unterstützung – nachdrucken. Diese wurden natürlich auf Anfrage von Betroffenen und in Gesprächen kostenlos ausgegeben, aber auch psychologische Praxen oder Kliniken fragen beim Verein an. Selbst aus dem deutschsprachigen Ausland bekommen wir Anfragen. Zukünftig wollen wir sie auch Schulen, Kindergärten und sozialen Einrichtungen anbieten. Das Feedback ist durchgängig extrem positiv. Jeder ist äußerst dankbar, dass wir uns diesem Thema annehmen. Daher war die Ergänzung der ersten Broschüre „Mit Kindern über Krebs sprechen“ durch die zweite „Was jetzt für Dich wichtig ist“ von Jugendlichen für Jugendliche nur konsequent.

DMS: Warum engagieren Sie sich persönlich für den Verein „Hilfe für Kinder krebskranker Eltern“?

PCJ: Ich habe so häufig gesehen, dass die Kinder die erste und größte Sorge der Betroffenen sind. Sehr schnell setzt eine gewisse Kommunikationsunfähigkeit ein. Das ist ein sehr kritischer Punkt in einer Familie; oder insbesondere auch für Alleinerziehende. Die Unsicherheit wächst. Wenn sich zu Hause etwas verändert, bekommen es die Kinder zuerst mit. Familie und Freundeskreise müssen jetzt besonders zusammen halten. Wer in diesem Moment nicht die üblichen Kompensationsmöglichkeiten hat, trägt es oft ungewollt auf dem Rücken der Kinder aus. Genau dann sind wir gefragt. Dann müssen wir helfen. Wir müssen den Patienten in Not Sicherheit geben.

Faszination Wildnis

© Schirn Kunsthalle Frankfurt, 2018, Foto: Wolfgang Günzel

Die Schirn Kunsthalle Frankfurt widmet der Faszination Wildnis in der Bildenden Kunst von der Moderne bis zur Gegenwart eine herausragende Themenausstellung. Die Dr. Marschner Stiftung freut sich, die Schau mit über 100 bedeutenden Werken von 34 internationalen Künstlerinnen und Künstlern fördern zu können. Die Ausstellung vereint Gemälde, Fotografien und Skulpturen, etwa von Jean Dubuffet, Max Ernst, Georgia O’Keeffe, Gerhard Richter und Henri Rousseau.

Mit „Wildnis“ steht ein kulturelles und künstlerisches Konzept zur Diskussion, das schon immer auch als Projektionsfläche für das Fremde, für Sehnsuchtsfantasien jenseits der Grenzen der jeweiligen Zivilisation dient. Inwiefern sich der Begriff Wildnis durch die Erschließung und Eroberung nahezu jedes Flecken der Erde in unserer Gesellschaft und somit in der Kunst veränderte, wie das Verhältnis von Mensch und Tier neu definiert wird und wie die Auseinandersetzung mit der Fiktion Wildnis aktueller denn je ist, sind Themen der Ausstellung. Bis 3. Februar 2019

Viel Raum für Politisches im MMK

Foto: Dr. Marschner Stiftung

Coca-Cola-Dosen neben einem Sheriffstern und Patronenhülsen, ein Pranger mit der amerikanischen Flagge überzogen. Die Werke der US-Künstlerin Cady Noland sind eminent politisch und gleichzeitig optisch reizvoll. Dies liegt nicht zuletzt an der herausragenden Inszenierung der meist großformatigen Exponate durch die neue MMK Direktorin Susanne Pfeffer. Die Dr. Marschner Stiftung unterstützt ihre erste Ausstellung im Haupthaus des Museums für Moderne Kunst, die neben internationalen Leihgaben auch Arbeiten aus der Sammlung des Museums zeigt.

Die Schau ist die erste Übersichtsausstellung der 1956 geborenen Künstlerin Cady Noland seit über zwanzig Jahren. Indem die Objekte über alle drei Etagen verteilt sind, bekommen sie viel Raum und können sich in ihrer ganzen Wirkungskraft entfalten. Nolands Arbeiten setzen sich mit der Brutalität des öffentlichen Raums vornehmlich in den Vereinigten Staaten auseinander. Ein Thema, das aktueller und brisanter kaum sein könnte. Bis 31. März 2019

Vitamine sind gut für Mathe

Foto: Dr. Marschner Stiftung

Mathe läuft leichter mit einem guten Frühstück und die Haare wachsen besser mit Vitaminen. Welches Argument auch immer zählt, über 80 Kinder aus der Goetheschule in Offenbach sind jeden Morgen dankbar, dass Katja Werner (links im Bild) und ihr Team vom Verein „Von Ich zu Ich“ ab 6 Uhr morgens ehrenamtlich Brötchen schmieren und Obst- und Gemüseboxen für sie packen.

Die Kinder können sich die leuchtend orangenen Vesperboxen vor dem Unterricht gegenüber der Schule im Stadtteilbüro gegen ein kleines Entgeld abholen. Es gibt helles und dunkles Brot, mit Wurst, Käse oder Ei, am Freitag auch mal mit Marmelade oder Honig – alles aber immer halal. Denn in die Schule im Nordend gehen rund 450 Schüler aus über 45 Nationen. Deshalb ist es auch besonders wichtig, dass die fünf Frauen, die mit großem Engagement das Projekt seit 2012 am Laufen halten, mehrere Sprachen sprechen und so bei Kindern und Eltern Vertrauen wecken. Die Dr. Marschner Stiftung freut sich „Gesundes Frühstück für Goetheschulkinder“  2019 mittragen zu dürfen.

Das ist Leder!

© DLM, Laura Brichta

Unter K wie Kaugummi findet sich eine kleine Entdeckung: Ein knallpinker Sneaker mit einer Sohle aus recyceltem Kaugummi, abgekratzt von Amsterdamer Straßen. Wie kommt der Kaugummi-Schuh ins Ledermuseum in Offenbach? Unter dem Titel „Das ist Leder! Von A bis Z“ kann man dort seit dem 22. September 2018 einen neuen, innovativen Projektraum besuchen, der die Grundlagen von Leder und Lederersatzstoffen in Dialog mit der Sammlung des Hauses stellt.

Mit Unterstützung der Dr. Marschner Stiftung konnte die multimediale Präsentation, die sich in drei Teile gliedert, erfolgreich umgesetzt werden: 24 herausragende Exponate ergänzt durch haptische „Fühlstationen“ lassen Leder erlebbar werden. Medientische mit 64 sensorischen Tastmodulen bieten umfangreiche Hintergrundinformationen. Eigens für die Ausstellung produzierte Kurzfilme erlauben einen spannenden Blick hinter die Kulissen lederverarbeitender Betriebe aus Offenbach und Umgebung. 

Elementares erfahren – das MAK macht’s möglich

© Museum Angewandte Kunst

Was hat ein Silberbecher mit Feminismus zu tun? Und ein Truthahn aus Porzellan mit Glück? Anders sehen, anders erfahren, anders denken – mithilfe einer neuen digitalen Führung auf Tablets können die Besucher des Museums Angewandte Kunst ab sofort versteckte Pfade zwischen den Objekten der Dauerpräsentation „Elementarteile. Aus den Sammlungen“ erkunden.

Die Dr. Marschner Stiftung ermöglichte die Umsetzung dieser spannenden Entdeckungsreise durch die bedeutendsten Stücke aus allen Bereichen des Museums. Die Tablets können an der Museumskasse kostenfrei entliehen werden. Die digitale Führung ist intuitiv gestaltet und für alle Altersklassen geeignet. Wissensdurstige können sich anhand von zwei Pfaden durch die Ausstellung führen lassen. Entweder „Spontan“, nach persönlichen optischen Reizen und Interessen orientiert, oder „Strukturiert“, nach Themen wie Demokratie, Spiritualität oder Globalisierung geordnet, lernt man im eigenen Tempo die Exponate kennen.

Von Leuchtpilzen und Gladiatorenkämpfen

© Uwe Dettmar, Goethe-Universität Frankfurt

11.000 Kinder, 380 Klassen in 4 Tagen – die Kinder-Uni 2018: Wieder ein voller Erfolg. Die Dr. Marschner Stiftung unterstützt dieses wunderbare und äußerst beliebte Projekt der Frankfurter Goethe-Universität seit 2015. Kindern zwischen 8 und 12 Jahren werden auf spannende und trotzdem informative Weise unterschiedliche wissenschaftliche Themen nahe gebracht. „Es ist eine tolle Sache, dass es mit der Kinder-Uni gelingt, Frankfurter Schülerinnen und Schülern aller Bildungsschichten einen ersten Kontakt mit der Universität zu ermöglichen“, so Peter Gatzemeier, Vorstand der Dr. Marschner Stiftung.

Beim Thema Fußball bricht eine „La Ola“-Welle los. Beim Anblick von 1,70 Meter hohen Dinosaurier-Knochen leuchten Kinderaugen. Eine Professorin aus Hogwarts erzählt von Hexenringen und Gladiatoren ziehen unter Jubel ihre Schwerter. Was kann es in einem Audimax Schöneres geben?