Eine Oper in Offenbach!? Das Künstlerkollektiv YRD.Works widmet sich mit „Oper Offenbach“ der Königsklasse performativer Disziplinen und macht auf der Inselspitze im ehemaligen Hafen Offenbach den Bau einer Oper selbst zum Gegenstand einer mehrwöchigen Inszenierung. Bereits der erste Bauabschnitt verwandelt die Hafeninsel in eine zweideutige Szenerie. Zusammen mit demDesignkollektiv Profi Aesthetics und dem Fotografen Simon Keckeisen errichten YRD.Works vier groß dimensionierte Wände, die von zahlreichen Punkten am Mainufer zu sehen sind.
Der Frankfurter Kunstverein präsentiert die Ausstellung FOAM TALENT in Kooperation mit dem Foam Museum Amsterdam, weltweit das führende Museum für aktuelle Fotografie. Die Ausstellung zeigt 20 Positionen internationaler junger Künstlerinnen und Künstler unter 35 Jahren, die im Medium der Fotografie deren Grenzen ausweiten und mit neuen formalen und inhaltlichen Ansätzen experimentieren.
Die Künstlerinnen und Künstler zeichnen sich durch unterschiedliche Haltungen und Herangehensweisen aus: von aktivistischen Ansätzen, über ironische Referenzen, Kritik am eigenen Medium und gesellschaftliche Untersuchungen zur Rolle der Fotografie im öffentlichen Raum. Die Auswahl reflektiert zukunftsweisende Positionen der Fotografie und fungiert als Barometer eines Mediums, das sich im Zeitalter digitaler Kultur ständig verändert und neu definiert. Die Ausstellung gibt einen einzigartigen Überblick zeitgemäßer Trends und Tendenzen und dient Experten und Fotografieinteressierten als Maßstab zukünftiger Entwicklungen des Medium Fotografie.
Ein echter Hingucker in Frankfurt – an den bunten Botschaften für die Zukunft stoppen viele Passanten auf der Hauptwache: Mit ihrem „Nachhaltigkeits-Kreide-Graffiti“ zeigen Kinder zusammen mit ihren Lehrerinnen und Lehrern, wie intensiv sie sich mit „brennenden“ Zukunftsthemen und ihren eigenen Handlungsmöglichkeiten im Alltag auseinandergesetzt haben. Denn mehr als 700 Kinder aus elf Frankfurter Schulen durften ein Jahr lang am sechsten Durchlauf des Programms „Schuljahr der Nachhaltigkeit“ 2017/2018 teilnehmen. Zur feierlichen Verleihung ihrer erworbenen Nachhaltigkeitsdiplome sind jetzt 400 Schülerinnen und Schüler auf die Hauptwache gekommen. Oberbürgermeister Peter Feldmann begrüßte seine jungen Gäste zu einer bunten Feier: „Dieses tolle Programm ist etwas Besonderes in Frankfurt. Elf Schulen konnten in diesem Jahr teilnehmen. Und Ihr wart dabei! Schön dass Ihr da seid.“ Zum Beispiel wissen sie, wie sie beim Pausenbrot Abfall vermeiden können und kennen den ökologischen Rucksack des Recyclingpapiers. Ihnen ist klar, dass man das Klima schützt, wenn man viel Fahrrad fährt und energiesparend heizt. Und sie erkennen beim Einkauf fair gehandelte Waren. „Wir haben drei Wochen lang das „plastikfreie Frühstück“ ausprobiert“, berichtet Yumna von der Merianschule am Park. „Das sollte jeder machen“, rät die Zehnjährige und freut sich, dass nun auch in ihrer Familie mehr darauf geachtet wird, Verpackungsmüll zu vermeiden und auch FairTrade-Produkte zu kaufen.
Umweltlernen in Frankfurt e.V. hat das „Schuljahr der Nachhaltigkeit“ entwickelt und führt es nun bereits zum sechsten Mal mit Frankfurter Grundschulen durch. Die Dr. Marschner Stiftung fördert das „Schuljahr der Nachhaltigkeit“ von Anbeginn und gratuliert erneut zu einem gelungen Abschluss!
Am 4. November 2017 eröffnete die erste Einzelausstellung von Jil Sander im Museum für Angewandte Kunst.
Die vom Museumsdirektor des Hauses, Matthias Wagner K, in enger Zusammenarbeit mit Jil Sander kuratierte Präsentation machte den Erfindungsreichtum und die kreative Kraft einer der einflussreichsten deutschen Modedesignerinnen sichtbar. Die Dr. Marschner Stiftung freute sich, diese ungewöhnliche Premiere zu fördern: Auf 3.000 Quadratmetern präsentierte sie in raumgreifenden multimedialen Installationen und Tableaus die Auswirkungen ihrer Gestaltungshaltung auf Ästhetik, Material und Form von Mode -und Produktdesign, Architektur und Gartenkunst.
Das LICHTER Filmfest Frankfurt International ist ein Fest für den Film. Es rückt vor allem diejenigen Facetten der Filmkunst in den Mittelpunkt, die im Kino- und Fernsehalltag zu kurz kommen und stellt für rund eine Woche im März das Bewegtbild in den Mittelpunkt des Kulturlebens in Rhein-Main.
LICHTER entstand aus der lokalen Filmszene heraus. Gegründet im Jahr 2008 von einer Gruppe junger Filmschaffender, hat es sich seither vom Fest einer eingeschworenen Gemeinde im selbstgebauten Kino eines Atelierhauses zu einem festen Bestandteil des regionalen Kulturlebens in Frankfurt entwickelt, der ein stetig wachsendes und sehr gemischtes Publikum anzieht.
Zum 11. Jubiläum hat die Dr. Marschner Stiftung das Lichter Filmfest bereits unterstützt – für die elfte Ausgabe stiftete sie zudem den Dr. Marschner Langfilmpreis, der mit 3.000 Euro dotiert war.
Die Lesetaskforce ist ein langjährig gefördertes Praxisprojekt der Dr. Marschner Stiftung. Die Initiative ist eingebettet in die Arbeitsstelle für Diversität und Unterrichtsentwicklung – Didaktische Werkstatt des Fachbereichs Erziehungswissenschaften der Universität in Frankfurt und wird verantwortet von Herrn Prof. Dr. Mehlem, Frau Suntheim und Frau Dr. Böhm. Das Projekt AlphAilf wird ebenfalls von Prof. Dr. Mehlem verantwortet. Es setzt sich die Alphabetisierung und Leseförderung für neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler an Frankfurter und Offenbacher Grundschulen zum Ziel. Des Weiteren unterstützt die Dr. Marschner Stiftung das Programm „Rechenförderung“ – eine Kooperation mit der Arbeitsstelle für Diversität und Unterrichtsentwicklung und der didaktischen Werkstatt, verantwortet von Aloysia Abraham. Die erfolgreichen Projekte der Goethe Universität erhalten eine weitere Förderung für das Schuljahr 2018/19.
Fördern will gelernt sein…
von Petra Kappler
Ein Gespräch mit Herrn Prof. Dr. Mehlem, Frau Suntheim und Frau Dr. Böhm, das verantwortliche Team der LeseTaskforce, ein langjährig gefördertes Praxisprojekt der Dr. Marschner-Stiftung. Die Initiative ist eingebettet in die Arbeitsstelle für Diversität und Unterrichtsentwicklung- Didaktische Werkstatt des Fachbereichs Erziehungswissenschaften der Universität in Frankfurt am Main. Das Team empfängt mich in den hellen Projekträumen der Didaktischen Werkstatt, in denen sowohl Seminare als auch Fortbildungsveranstaltungen stattfinden und die den Studierenden zum eigenständigen Arbeiten zur Verfügung stehen. Die Räume vermitteln sofort den Eindruck von positiver Arbeitsatmosphäre, es findet sich viel Literatur und Materialien zur Unterrichtsgestaltung. Frau Suntheim erklärt mir, dass die Didaktische Werkstatt Beratung für verschiedene Schulstufen anbietet. So können die Studierenden während der Öffnungszeiten Unterrichts-, Diagnose- und Fördermaterial sichten und erproben, sowie Literatur zu Themen wie Inklusion, Schulentwicklung, Fachdidaktik usw. recherchieren. Schwerpunkt ist der Umgang mit Heterogenität in der Grundschule und in der Sekundarstufe sowie die verschiedenen pädagogischen Praxisprojekte. Auf den Begriff Heterogenität werden wir im Gespräch immer wieder kommen. „Arbeitsstelle für Diversität und Unterrichtsentwicklung – Didaktische Werkstatt“ umfasst dies sehr treffend – doch was kann man sich darunter konkret vorstellen? Zunächst ist die „Didaktische Werkstatt eine Einrichtung des Fachbereichs Erziehungswissenschaften in Kooperation mit dem Hessischen Kultusministerium. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, einen Beitrag zur Professionalisierung von Studierenden, Lehrkräften und Lehrkräften im Vorbereitungsdienst im Umgang mit Heterogenität zu leisten und versteht sich als ein Bindeglied zwischen den Phasen der Lehrerbildung“. So liest es sich auf der Website. Mich interessiert zunächst, wie die Professionalisierung aussehen kann. Dafür stehen den Studierenden eine Vielzahl an Möglichkeiten und Werkzeugen zur Verfügung. Lehrkräfte finden ein umfangreiches Fortbildungsangebot. Im Februar 2017 fand zudem ein Fachgespräch mit dem Titel „Buchstabierst du noch oder liest du schon? statt. Dieses stand in enger Verbindung mit den Praxisprojekten Leseförderung (LeseTaskforce) und Alphabetisierung (AlphAlif) in der Grundschule. Die LeseTaskforce ist eines der Projekte, welches die Dr. Marschner-Stiftung von Anbeginn kontinuierlich fördert. Zugleich wird das Projekt AlphAlif im Zuge der wachsenden Zahl von Kindern mit arabischer Muttersprache einen erhöhten Förderbedarf haben. Hier kommt besonders stark der Aspekt der Heterogenität zum Tragen. Frau Dr. Böhm erklärt mir, dass gerade bei den Grundschülern mitunter große Differenzen herrschen, was die Sprachkompetenz der Kinder angeht. Manche waren nie in der Schule, anderen haben basale und wieder andere ausgezeichnete Kenntnisse im Lesen und Schreiben. Diese enorme Diversität stellt eine der besonderen Herausforderungen des Praxisprojektes AlphAlif dar. Gerade die im Projekt eingebundenen Studierenden sehen sich damit konfrontiert. Neben den geforderten pädagogischen und fachlichen Eignungen kommen hier noch idealerweise Grundkenntnisse der arabischen Sprache hinzu. Der Umgang mit heterogenen Lernvoraussetzungen – gerade im Schriftspracherwerb – von Schülerinnen und Schülern gehört also zum Alltag in den Projekten. Schnell sind wir im Gespräch bei der aktuellen Schuldebatte, vor allem, welche Reformen und Schulformen den Bedürfnissen von Heterogenität, Diversität und Inklusion gerecht werden. Diskutiert werden viele Modelle, wie zum Beispiel das Schulsystem in den nordischen Ländern, wo es eine gemeinsame neunjährige Schulzeit gibt. Wie steht es mit einer Anwesenheitspflicht bis 16.00 Uhr an den Schulen für Lehrkräfte? In dem lebhaften Gespräch wird deutlich, dass sich viele Lehrerinnen und Lehrer mit den stetig wachsenden Anforderungen an sie überfordert fühlen. Daher ist ein Ansatz der Arbeit um das Team von Professor Mehlem, Heterogenität als Ressource zu begreifen. Alle sind sich einig, dass es ein pädagogisches Gesamtkonzept für alle Ebenen, Systeme und Akteure braucht, um den steigenden Anforderungen in den Schulen gerecht zu werden. Die Professionalisierung von Studierenden in den Praxisprojekten LeseTaskforce und AlphaAlif leistet dafür wertvolle und elementare Arbeit. Davon profitieren langfristig alle Beteiligten, die Lehrkräfte und vor allem die Kinder.
Eine fremde Welt voller Götter und Dämonen, verbunden mit geheimnisvollen Ritualen: Die Kulte und Bestattungspraktiken der Etrusker galten bereits in der Antike als einzigartig. Bis heute faszinieren die Funde aus etruskischen Heiligtümern und Gräbern Wissenschaftler wie Laien. Die Sonderausstellung im Archäologischen Museum Frankfurt führt die Besucher in diese vielgestaltige Welt der Religion und Jenseitsvorstellungen der etruskischen Zivilisation.
Hochrangige archäologische Funde aus Nord- und Mittelitalien geben in der Ausstellung einen faszinierenden Einblick in die etruskische Kultur und die Götterwelt Altitaliens. Religion und Kult bildeten für die Etrusker feste Bestandteile des Alltags.
Weitere sehenswerte archäologische Funde aus der Welt der Etrusker bietet die Dauerausstellung des Archäologischen Museums Frankfurt. Herausragende Objekte dabei sind die aus italienischen Werkstätten stammenden Bronzegefäße im Grab des Frankfurter „Keltenfürsten“ aus der Zeit um 700 v. Christus.
Vom 14. bis 17. Dezember veranstaltete die Kinothek Asta Nielsen ein außergewöhnliches Filmfestival: Im Zentrum standen die drei einzigen erhaltenen Lang-Filme der Pionierin des italienischen Kinos, der Neapolitanerin Elvira Notari.
Es sind frühe Stummfilme, für die Musikerinnen und Musiker aus Rom und Neapel eigene Kompositionen angefertigt haben. Zwei davon wurden in Auftrag gegeben von ZDF/ARTE. Die Uraufführungen finden im Rahmen des Festivals in Frankfurt statt. Am Eröffnungsabend begleitet die Sängerin Lucilla Galleazzi allein mit ihrer Stimme das grandiose Werk „A Santanotte“, das selbst ein filmisches Lied von Liebe und Gewalt ist. Das Programm bietet mehrere solcher glanzvollen Filmaufführungen mit exzellenten, selten zu sehenden Kopien und mit Live-Musikbegleitung. Von da schweift es in die Tonfilmzeit aus und spinnt den Faden des Transito, der Passage, der Migration bis in die Gegenwart.
In amerikanischen Serienformaten wie FRIENDS oder FRAZIER wird Alltägliches häufig so überspitzt inszeniert, die Normalität darin als so banal präsentiert, dass das ganze Szenario ins Surreale abdriftet. Hiervon inspiriert, verwandeln die Künstler Yarisal & Kublitz gemeinsam mit Andreas Koch den Ausstellungsraum des Pavillons* in ein vermeintlich stereotypisches mittelamerikanisches Eigenheim. Es entsteht eine raumübergreifende Inszenierung ihrer Arbeiten, die mit einer vertrauten und zugleich befremdlich-beängstigenden Atmosphäre spielt, in derer die Besucher nur noch schwer zwischen Kunst- und Alltagsgegenständen zu unterscheiden vermag.
Bereits seit 2003 untersuchen Yarisal & Kublitz mit ihren Skulpturen genau jene Mythen des Alltags, mit denen sich die Spätmoderne durch ihre metaphysische Obdachlosigkeit zu retten versucht: Popmusik, Drogen, Geld, Sex, Spiritualität und Exotik. Aus der Inszenierung abstrakter und alltäglicher Objekte und Symbole, wie Palmen, Schallplatten oder Dollarnoten, werden unter Verwendung kostbarer Materialien, Reliquien und Fetischobjekte, die uns mit ihrer besonderen Aura zur Verehrung auffordern.
In diesem Jahr zeigen die Streichquartetttage in der Reihe der Holzhausenkonzerte einmal mehr, dass das Streichquartett auch heute noch als brandaktuelle Gattung zu bezeichnen ist. Die neue Generation der Kammermusik lässt sich nirgends besser zeigen, als in den Streichquartetten des Komponisten Jörg Widmann. Während seine Vorgänger bereits mit den Schönheitsidealen der Gattung aufgeräumt haben, schafft Widmann den Sprung zurück in die Zeit des klassisch-romantischen Erbes. Es findet daher auch eine Gegenüberstellung Widmanns moderner Kompositionen mit klassischen Streichquartetten von Beethoven, Mozart oder Schumann statt. Widmann glänzt nicht nur als Komponist, sondern ist auch als Dirigent und als Instrumentalvirtuose an der Klarinette auf den großen Bühnen der Welt zuhause. Dieser Facettenreichtum spiegelt sich eindrucksvoll in seinen Streichquartetten wieder. Interpretiert werden die Werke von hochrangigen Ensembles, darunter das Minguet Quartett, das 2015 eine vollständige Ersteinspielung der Werke Widmanns für Streichquartett auf CD veröffentlichte.