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Autor: Simone Krämer

Psychoonkologie im Ketteler Krankenhaus

Für jeden von Krebs betroffenen Menschen stellt sich vor allem die Frage, wie das Leben jetzt weitergeht. Diese Frage ist eine der ersten von vielen, da bei einer solchen Diagnose nicht nur der Körper, sondern auch die Seele in einen Ausnahmezustand geraten. Dieser Ausnahmezustand betrifft nicht nur die Betroffenen selbst – sondern ebenso die Angehörigen und den Freundeskreis.

Mal wieder Durchatmen können …
von Petra Kappler
Ein Gespräch mit Frau Dr. med. Staib-Sebler, Frau Klee und Frau Schulmerich vom Psychoonkologischen Dienst im Ketteler Krankenhaus in Offenbach am Main Die drei Fachfrauen empfangen mich mit Espresso und guter Laune.
Frau Dr. Elsbeth Staib-Sebler, Oberärztin der Viszeral- und Allgemeinchirurgie und Psychotherapeutin/Psychoonkologin, sowie Frau Constanze Klee, Psychoonkologin und Frau Petra Schulmerich, Palliativkoordinatorin gehören dem Team an, welches mittlerweile über
die Stadtgrenzen hinaus für seine herausragende Arbeit bekannt ist. Die Vierte im Bunde, Frau Dr. med. Giovanna Römer, Leiterin der Chirurgisch-Onkologischen Ambulanz und Psychotherapeutin/Psychoonkologin, ist zu diesem Termin leider nicht mit anwesend.
Wir sprechen über ein naturgemäß sensibles Thema, das vor allem Frau Dr. Staib-Sebler anschaulich für Außenstehende erläutern kann.
Voraussetzung für den Einsatz des Dienstes ist, dass jede Patientin und jeder Patient in Zusammenhang mit der Betreuung in den onkologischen Kompetenzzentren des Ketteler Krankenhauses Anspruch auf eine ausführliche, psychoonkologische Beratung und
Begleitung hat. Diese kann man sowohl stationär, als auch ambulant in Anspruch nehmen. Für jeden von Krebs betroffenen Menschen stellt sich vor allem die Frage, wie das Leben jetzt weitergeht. Diese Frage ist eine der ersten von vielen, da bei einer solchen Diagnose
nicht nur der Körper, sondern auch die Seele in einen Ausnahmezustand geraten. Dieser Ausnahmezustand, so erklärt mir das Team, betrifft nicht nur die Betroffenen selbst, sondern ebenso die Angehörigen und den Freundeskreis. Dabei zählt es zu den Aufgaben der Expertinnen, sogenannte Ressourcen für die Erkrankten zu benennen und zu aktivieren. Welche Unterstützung gibt es? Wer kann helfen? Wem vertraut die betroffene Person? Elementar ist es weiterhin, ein Netz zu spannen, welches die Patientinnen und Patienten
während der Bewältigung der Krankheit auffangen kann. Man begreift, dass ein Großteil der Arbeit darin besteht, die komplexen Prozesse zu begleiten, die sich unter Einfluss der Krebserkrankung beständig verändern. Wichtig ist vor allem, dass den Kranken mit Ruhe, Zeit und Fachwissen begegnet wird. Großen Wert wird auf die sensible Beantwortung persönlicher Fragen und die Wahrnehmung von Ängsten gelegt. Kranke brauchen ein ehrliches und zugewandtes Gegenüber. Ein „Das wird schon wieder!“ hilft den Betroffenen wenig, sie können dadurch ihre Ängste nicht artikulieren und haben einmal mehr das Gefühl, sich zusammenreißen zu
müssen, stark zu ein, auch für die Angehörigen.
Frau Klee bezeichnet dies als „die Positivkeule“, eine Überforderung für die Erkrankten, die zugleich verhindert, „Negatives“ wie Ängste, Zweifel und Trauer zuzulassen. Emotionen, die jedoch für die Bewältigung der Situation genauso wichtig sind. Insbesondere der Umgang mit der Angst gehört zu den basalen Aufgaben der Psychoonkologie. Die Gespräche dienen also auch dazu, die Angst anzuerkennen und damit umzugehen. Auch irrationale Ängste sind sehr häufig festzustellen, bei denen zunächst keine Ursachen
näher benannt werden. Frau Dr. Staib-Sebler weist hier auf die Reaktivierung von Traumata hin, die bei älteren Menschen auftreten, die beispielsweise eine traumatische Kriegserfahrung verdrängt haben. Zugleich betrifft es ebenso Menschen jeden Alters, die in ihrer Lebensgeschichte ein Trauma erlebt haben, wie z.B. Mißbrauch, das bestätigen alle Fachfrauen des Teams.
Dies zu erkennen und sensibel darauf einzugehen, ist ebenfalls eine der anspruchsvollen Aufgaben des psychoonkologischen Dienstes. Das Angebot der Abteilung umfasst begleitende Gespräche zu den jeweiligen Behandlungsschritten sowie Empfehlungen zum besseren Umgang mit der Erkrankung. Die Gespräche bringen Transparenz in das Leben der Betroffenen und lehren diese, mit ihren Kräften besser zu haushalten, sich zu stabilisieren und ihre innere Balance wiederzugewinnen. Generell ist das Ziel, neue Lebensperspektiven – mit der Diagnose ‚Krebs‘ – zu entwickeln. Das heißt nicht immer Heilung vom Krebs, sondern kann ebenfalls bedeuten, dass offen und einfühlsam über eine palliative Begleitung gesprochen wird. Frau Schulmerich, im Team mit dieser Aufgabe betraut, weiß, dass dies nicht allein nur negativ ist. Es geht hier in erster Linie darum, die verbleibende Zeit wertzuschätzen, bewusst jeden Tag wahrzunehmen und das eigene Schicksal anzuerkennen. Gefühle wie Wut und Aggression kommen durchaus vor, dies sind Emotionen, welche die drei Expertinnen akzeptieren und einzuordnen wissen.
„Man darf es nicht persönlich nehmen, sondern muss professionell bleiben, nur so können wir den Erkrankten helfen“, darüber sind sich alle einig. Dem Team vom Psychoonkologischen Dienst steht selbst regelmäßig eine Supervision zur Verfügung, um ihre Arbeit zu reflektieren. Doch viel Kraft und Energie bekommen Frau Dr. Staib-Sebler, Frau Dr. Römer, Frau Klee und Frau Schulmerich von den Patientinnen, Patienten und Angehörigen selbst. Die bedanken sich regelmäßig herzlich, zum Beispiel dafür „mal wieder Durchatmen zu können“. Auch wenn Kranke sterben, haben die fachlichen Begleiterinnen ebenso Wertschätzung erhalten, gerade weil es für alle Betroffenen wichtig war, dass die Krankheit „sehr gut begleitet wurde“ bzw. „es trotz allem gut gelaufen ist“. Ein Feedback, das den Sinn dieser hochsensiblen Arbeit noch einmal deutlich macht.
Das Gespräch mit den drei Fachfrauen war sehr beeindruckend und hat einmal mehr gezeigt, wie unerlässlich diese Arbeit geworden ist. Als recht junge Disziplin besitzt die Psychoonkologie kein sogenanntes „hartes Kriterium“, hat aber nachweisbare positive
Auswirkungen und Effekte. Der offene Umgang mit der Erkrankung sowie die Einbeziehung des gesamten Umfeldes trägt maßgeblich dazu bei, eine Krebserkrankung nicht zu tabuisieren. Wir lernen zudem, dass unser Leben nicht en detail plan- und kontrollierbar ist.
Wenn wir dies anerkennen, fällt es uns leichter, Krankheiten nicht zu dämonisieren, sondern als Teil unseres Lebens zu begreifen.

Bilder zur Einheit – Ausstellung Barbara Klemm zur Wiedervereinigung

Anlässlich der offiziellen Feierlichkeiten zum 25-jährigen Jubiläum der Deutschen Wiedervereinigung wurden ausgewählte Motive der Frankfurter Fotografin Barbara Klemm unter dem Titel „Bilder zur Einheit“ im Herbst 2015 an zentralen Gebäuden und Flächen als großformatige Banner in der Stadt präsentiert. Die Sonderausstellung des Kulturamts Frankfurt mit Motiven zur Deutschen Einheit lud Bürgerinnen und Bürger ebenso wie Besucherinnen der Stadt ein, die Fotografien bei einem Stadtrundgang zu entdecken.

Die Frankfurter Fotografin Barbara Klemm zählt zu den bedeutendsten Pressefotografinnen im Nachkriegsdeutschland. Ihr Schwerpunkt liegt auf Motiven aus Politik und Kultur. In ihren ausschließlich in Schwarzweiß realisierten Fotografien hat sie die damalige BRD und DDR seit den späten Sechzigerjahren in charakteristischen und treffenden Bildern eingefangen. Dabei gilt ihr Interesse nicht der Sensation, vielmehr zeichnet sich ihr Werk durch Respekt und Diskretion, durch Anteilnahme und ein Bewusstsein für den ausdrucksstärksten Moment aus.

Die Dr. Marschner Stiftung ermöglichte in Kooperation mit dem Kulturamt Frankfurt dieses einmalige Ausstellungsprojekt.

Placeholder Dr. Marschner Stiftung mit dem Logo vor grauem Hintergrund

Bürgerinstitut- Soziales Engagement in Frankfurt

Die Dr. Marschner Stiftung unterstützt seit Jahren das Bürgerinstitut auf vielfältige Art und Weise, wie zum Beispiel bei der Finanzierung der Magazine „Mach mit“ und „Ich mach mit“. Die Dr. Marschner Stiftung hat im Jahr 2015 den neuen Webauftritt und die Einführung des elektronischen Newsletters für das Bürgerinstitut ermöglicht.

"Schultheater Studio Frankfurt" Werbe-Banner.

TuSch – Theater und Schule

TUSCH vermittelt Kontakte zwischen Schulen, Theatern und Theaterpädagogen, berät bei der Entwicklung von Ideen, bringt TUSCH-Partner zusammen und präsentiert Ergebnisse der Öffentlichkeit.

Die Dr. Marschner-Stiftung unterstützte 2014/2015 „Kreidekreis e.V.“, die Arbeitsgemeinschaft Schultheater Frankfurt am Main, bei dem Projekt „Theater und Schule in Frankfurt“ mit einer Spende.

Die MINISCHIRN – so beliebt wie nie

In der Schirn Kunsthalle Frankfurt gibt es seit Dezember 2014 einen kreativen Erlebnis- und Erfahrungsraum für Kinder ab drei Jahren bis ins Grundschulalter: die MINISCHIRN. Mit dieser innovativen Dauerinstallation zu den Themenfeldern Farbe, Form und Struktur bietet die Frankfurter Kulturinstitution ihren jüngsten Besuchern einen außergewöhnlichen Spiel- und Lernparcours. Im ersten halben Jahr seit ihrer Eröffnung zog die MINISCHIRN bereits über 10 000 Kinder an. Zum einen ist der Parcours stark von Kita-, und Grundschulgruppen aus Frankfurt und dem Rhein-MainGebiet frequentiert. Zum anderen gehen viele Kinder selbstbestimmt auf Entdeckungstour in der MINISCHIRN während ihre Eltern konzentriert und entspannt die laufenden Ausstellungen besuchen. Für diese Kinder ist der Eintritt frei. Unter der Aufsicht von geschultem pädagogischem Vermittlungspersonal bietet die MINISCHIRN eine anregende Umgebung, in der sich die Kinder bewusst ohne ihre Eltern oder erwachsene Begleitpersonen selbstbestimmt bewegen können. Mit dem Konzept der MINISCHIRN unterstreicht die Kunsthalle ihre Vorreiterrolle in der Bildungs- und Vermittlungsarbeit für Kinder und Jugendliche und präsentiert sich als lebendige Kulturinstitution für ein breitgefächertes Publikum.

Weiterlesen über die MINISCHIRN

Auf insgesamt über 100 m² bilden verschiedene Rauminszenierungen und Experimentierstationen in der MINISCHIRN den Rahmen für eine spielerische Expedition durch die Themenfelder ästhetischer Wahrnehmung. Die kunstpädagogische Abteilung der Schirn hat in Zusammenarbeit mit der Frankfurter Agentur für Kommunikation im Raum Atelier Markgraph eine dynamische Architektur entwickelt, die an Baumhäuser erinnert und die strengen Linien in den Räumen der ehemaligen Buchhandlung der Kunsthalle aufbricht, aber dennoch in ihrer Klarheit die Formensprache des Gebäudes widerspiegelt. Die MINISCHIRN hat bereits zahlreiche renommierte Preise erhalten, den ADC Award für Deutschland 2015, den Red Dot Award 2015, den FAMAB Award 2015 (Silber), den Comm Award 2015 (Gold) und jüngst die Auszeichnung Special Mention des German Design Award 2016.

Der Bau der MINISCHIRN wurde maßgeblich gefördert durch die Dr. Marschner Stiftung.

Placeholder Dr. Marschner Stiftung mit dem Logo vor grauem Hintergrund

Hilfe für Kinder krebskranker Eltern

Im Mai 2014 ist die Broschüre „Was jetzt für Dich wichtig ist“ vom Verein „Hilfe für Kinder krebskranker Eltern“ erschienen.

Unter fachlicher Leitung von Frau Sabine Brütting,  Heilpraktikerin für Psychotherapie und Gestalt-Therapeutin für Kinder und Jugendliche hat eine Gruppe von Jugendlichen diesen Ratgeber für andere betroffene Jugendliche erarbeitet.

Die Dr. Marschner Stiftung unterstützte die Finanzierung dieser Broschüre.

Hände spielen gemeinsam ein Geometrie-Spiel.

Experimentierlandschaft

Das Science Center EXPERIMINTA eröffnete am 1. März 2011 durch das ehrenamtliche Engagement von Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern. Im Jahr 2016 kamen etwa 94.000 Besucher aller Altersgruppen – von Kindern und Jugendlichen über interessierte Erwachsene und Familien bis hin zu Senioren.

Gemessen an den Besucherzahlen gehört EXPERIMINTA zu den Top Ten der Frankfurter Museen. Viele Freunde und Förderer halfen und helfen dabei, das Science Center zu dem zu machen, was es heute ist.

Die Dr. Marschner-Stiftung unterstützte 2011 großzügig die Ausstattung Experimentierlandschaft von ExperiMINTa. Seither fördert die Dr. Marschner Stiftung kontinuierlich das pädagogische Programm ebenso wie Sonderausstellungen des Hauses.

Filmtheater. Kinofotografien von Yves Marchand und Romain Meffre

Im Kino lassen die Menschen seit beinahe 120 Jahren ihren Sehnsüchten freien Lauf. Dieser magische Ort stand im Mittelpunkt der Ausstellung FILMTHEATER. Kinofotografien von Yves Marchand und Romain Meffre im Deutschen Filmmuseum Frankfurt.

Die Pariser Fotografen Yves Marchand und Romain Meffre sind fasziniert von Ruinen: Als fotografische Archäologen begeben sie sich seit 2001 auf Spurensuche in den Ruinen der modernen Industriegesellschaft und machten 2010 mit ihrem Buch „Ruins of Detroit“ Furore, das den faszinierenden Verfall der einstigen US-Auto-Boomtown auf eine sehr individuelle Art dokumentiert. In ihrer Serie „Theaters“ erforschen sie seit 2005 mit einer großformatigen Kamera alte US-Kinopaläste. In den teilweise verfallenen Gebäuden suchen sie nach Bildern, die die „Psychologie einer Ära“ einfangen.

Die Dr. Marschner-Stiftung unterstützte die Ausstellung, die vom 26. November 2014 bis 31. Mai 2015 zu sehen war. Die Ausstellung tourte im Anschluss nach Gent, Belgien. Obiges Foto zeigt das Paramount Theater Newark (© M&M Courtesy Polka Galerie).