Zum Hauptinhalt springen

Schlagwort: 2017

Jil Sander. Präsens

Am 4. November 2017 eröffnete die erste Einzelausstellung von Jil Sander im Museum für Angewandte Kunst.
Die vom Museumsdirektor des Hauses, Matthias Wagner K, in enger Zusammenarbeit mit Jil Sander kuratierte Präsentation machte den Erfindungsreichtum und die kreative Kraft einer der einflussreichsten deutschen Modedesignerinnen sichtbar. Die Dr. Marschner Stiftung freute sich, diese ungewöhnliche Premiere zu fördern: Auf 3.000 Quadratmetern präsentierte sie in raumgreifenden multimedialen Installationen und Tableaus die Auswirkungen ihrer Gestaltungshaltung auf Ästhetik, Material und Form von Mode -und Produktdesign, Architektur und Gartenkunst.

Lichter Filmfest

Das LICHTER Filmfest Frankfurt International ist ein Fest für den Film. Es rückt vor allem diejenigen Facetten der Filmkunst in den Mittelpunkt, die im Kino- und Fernsehalltag zu kurz kommen und stellt für rund eine Woche im März das Bewegtbild in den Mittelpunkt des Kulturlebens in Rhein-Main.

LICHTER entstand aus der lokalen Filmszene heraus. Gegründet im Jahr 2008 von einer Gruppe junger Filmschaffender, hat es sich seither vom Fest einer eingeschworenen Gemeinde im selbstgebauten Kino eines Atelierhauses zu einem festen Bestandteil des regionalen Kulturlebens in Frankfurt entwickelt, der ein stetig wachsendes und sehr gemischtes Publikum anzieht.

Zum 11. Jubiläum hat die Dr. Marschner Stiftung das Lichter Filmfest bereits unterstützt – für die elfte Ausgabe stiftete sie zudem den Dr. Marschner Langfilmpreis, der mit 3.000 Euro dotiert war.

ETRUSKER

Sonderausstellung 14.10.2017 bis 4.2.2018

Eine fremde Welt voller Götter und Dämonen, verbunden mit geheimnisvollen Ritualen: Die Kulte und Bestattungspraktiken der Etrusker galten bereits in der Antike als einzigartig. Bis heute faszinieren die Funde aus etruskischen Heiligtümern und Gräbern Wissenschaftler wie Laien. Die Sonderausstellung im Archäologischen Museum Frankfurt führt die Besucher in diese vielgestaltige Welt der Religion und Jenseitsvorstellungen der etruskischen Zivilisation.

Hochrangige archäologische Funde aus Nord- und Mittelitalien geben in der Ausstellung einen faszinierenden Einblick in die etruskische Kultur und die Götterwelt Altitaliens. Religion und Kult bildeten für die Etrusker feste Bestandteile des Alltags.

Weitere sehenswerte archäologische Funde aus der Welt der Etrusker bietet die Dauerausstellung des Archäologischen Museums Frankfurt. Herausragende Objekte dabei sind die aus italienischen Werkstätten stammenden Bronzegefäße im Grab des Frankfurter „Keltenfürsten“ aus der Zeit um 700 v. Christus.

TRANSITO. KINO DER PASSAGE

Vom 14. bis 17. Dezember veranstaltete die Kinothek Asta Nielsen ein außergewöhnliches Filmfestival: Im Zentrum standen die drei einzigen erhaltenen Lang-Filme der Pionierin des italienischen Kinos, der Neapolitanerin Elvira Notari.

Es sind frühe Stummfilme, für die Musikerinnen und Musiker aus Rom und Neapel eigene Kompositionen angefertigt haben. Zwei davon wurden in Auftrag gegeben von ZDF/ARTE. Die Uraufführungen finden im Rahmen des Festivals in Frankfurt statt. Am Eröffnungsabend begleitet die Sängerin Lucilla Galleazzi allein mit ihrer Stimme das grandiose Werk „A Santanotte“, das selbst ein filmisches Lied von Liebe und Gewalt ist. Das Programm bietet mehrere solcher glanzvollen Filmaufführungen mit exzellenten, selten zu sehenden Kopien und mit Live-Musikbegleitung. Von da schweift es in die Tonfilmzeit aus und spinnt den Faden des Transito, der Passage, der Migration bis in die Gegenwart.

Die Dr. Marschner Stiftung freute sich, die begleitende Publikation zum Festival zu fördern. Das Bild zeigt eine Collage aus den Filmen Napoli terra d’amore und L’Italia s’è © Cineteca di Bologna.

BUDDIES

In amerikanischen Serienformaten wie FRIENDS oder FRAZIER wird Alltägliches häufig so überspitzt inszeniert, die Normalität darin als so banal präsentiert, dass das ganze Szenario ins Surreale abdriftet. Hiervon inspiriert, verwandeln die Künstler Yarisal & Kublitz gemeinsam mit Andreas Koch den Ausstellungsraum des Pavillons* in ein vermeintlich stereotypisches mittelamerikanisches Eigenheim. Es entsteht eine raumübergreifende Inszenierung ihrer Arbeiten, die mit einer vertrauten und zugleich befremdlich-beängstigenden Atmosphäre spielt, in derer die Besucher nur noch schwer zwischen Kunst- und Alltagsgegenständen zu unterscheiden vermag.

Bereits seit 2003 untersuchen Yarisal & Kublitz mit ihren Skulpturen genau jene Mythen des Alltags, mit denen sich die Spätmoderne durch ihre metaphysische Obdachlosigkeit zu retten versucht: Popmusik, Drogen, Geld, Sex, Spiritualität und Exotik. Aus der Inszenierung abstrakter und alltäglicher Objekte und Symbole, wie Palmen, Schallplatten oder Dollarnoten, werden unter Verwendung kostbarer Materialien, Reliquien und Fetischobjekte, die uns mit ihrer besonderen Aura zur Verehrung auffordern.

Holzhausenkonzerte – Streichquartetttage

In diesem Jahr zeigen die Streichquartetttage in der Reihe der Holzhausenkonzerte einmal mehr, dass das Streichquartett auch heute noch als brandaktuelle Gattung zu bezeichnen ist. Die neue Generation der Kammermusik lässt sich nirgends besser zeigen, als in den Streichquartetten des Komponisten Jörg Widmann. Während seine Vorgänger bereits mit den Schönheitsidealen der Gattung aufgeräumt haben, schafft Widmann den Sprung zurück in die Zeit des klassisch-romantischen Erbes. Es findet daher auch eine Gegenüberstellung Widmanns moderner Kompositionen mit klassischen Streichquartetten von Beethoven, Mozart oder Schumann statt. Widmann glänzt nicht nur als Komponist, sondern ist auch als Dirigent und als Instrumentalvirtuose an der Klarinette auf den großen Bühnen der Welt zuhause. Dieser Facettenreichtum spiegelt sich eindrucksvoll in seinen Streichquartetten wieder. Interpretiert werden die Werke von hochrangigen Ensembles, darunter das Minguet Quartett, das 2015 eine vollständige Ersteinspielung der Werke Widmanns für Streichquartett auf CD veröffentlichte.

Foto von Frank Rosbach, Minguet Quartett © Frankfurter Bürgerstiftung.

Jubiläumsausstellung August Wilhelm Schlegel

Am 5. September 2017 jährte sich der Geburtstag des Schriftstellers, Übersetzers und Philologen August Wilhelm Schlegel (1767–1845), einer der Hauptfiguren der deutschen und der europäischen Romantik, zum 250. Mal. Vielseitig und ein langes Leben außerordentlich produktiv, war Schlegel der europäischste von allen Romantikern, National- und Universalpoet in einem. Dabei war er längst nicht nur Übersetzer – seine Shakespeare-Übersetzungen gelten bis heute als mustergültig –, sondern auch ein ebenso begnadeter wie gefürchteter Kritiker, Satiriker und Essayist. Nicht zuletzt war er es, der die Gedanken der Romantik einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machte und den interkulturellen Dialog weit über die deutschen Grenzen hinaus immer wieder aufs Neue suchte.

Die Jubiläumsausstellung im Freien Deutschen Hochstift lässt diesen Universalpoeten der Romantik lebendig werden. Sie zeigt bislang weitgehend unbekannte Originale – Werkmanuskripte, Korrespondenzen, Stücke seiner indischen Sammlung, einen Maternkasten mit den von Schlegel eigens in Paris entwickelten Sanskrittypen, noch nie gezeigte Stücke aus Privatbesitz und vieles mehr – und sie bietet zugleich einen multimedialen Zugang. Im Zentrum steht das interkulturelle Schaffen Schlegels, das sich an jedem seiner Aufenthaltsorte in Europa neu entfaltete und anderen Gegenständen zuwandte. So gerät erstmals das gesamte Spektrum seines Werkes in den Blick.
Zwei Medienstationen nähern sich in der Ausstellung Schlegel digital. Die erste visualisiert sein faszinierendes Briefnetzwerk: Schlegel korrespondierte zeit seines Lebens mit nahezu allen wichtigen Persönlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft und Politik quer durch Europa. Die interaktive Visualisierung macht diese Verbindungen sichtbar und zeigt, wie sich die Schaffenszentren des Romantikers im Laufe seines Lebens verlagert haben. In der von Dr. Thomas Burch und Michael Lambertz (Trier Center for Digital Humanities) entwickelten Station können die BesucherInnen Schlegels Netzwerken aktiv nachspüren.

Die zweite Medienstation wurde von Studierenden der Goethe-Universität Frankfurt gestaltet: Naima Gofran, Yannick Hohmann-Huet, Florian Kind, Anika Klier, Charlotte Köhler, Janica Kuhr, Marvin Luh, Maria Michou, Lisa Morbitzer, Julia Schneider und Mareike Timm haben sich in einem zweisemestrigen Seminar mit den Werken Schlegels und der Jenaer Frühromantiker auseinandergesetzt und Konzeptfilme zu einzelnen Themen entwickelt. Angeleitet wurden sie von Georgios Kontos dwb, Regionalplaner und Leiter des Fachbereichs Kommunalservice, Regionalverband FrankfurtRheinMain.
Die Ausstellung wird kuratiert von Dr. Claudia Bamberg (Philipps-Universität Marburg) und Dr. Cornelia Ilbrig (Freies Deutsches Hochstift, Frankfurt am Main).

Die Dr. Marschner Stiftung freut sich, diese Jubiläumsausstellung zu fördern.

100 Jahre Deutsches Ledermuseum

Mit LEDER.WELT.GESCHICHTE. präsentiert das Deutsche Ledermuseum anlässlich seines 100. Geburtstages die zweite Ausstellung im Jubiläumsjahr 2017.

Im Jahre 1917 gründete der Architekt Hugo Eberhardt, damaliger Leiter der Technischen Lehranstalten (später Werkkunstschule, heutige HfG Offenbach), in der florierenden Lederstadt Offenbach am Main das Museum als Sammlung von historischen Vorbildern für die Ausbildung junger Gestalter, Handwerker und Lederwarenproduzenten. Bis heute konnten mehr als 30.000 Objekte aus allen Kulturen und Epochen zusammengetragen werden. Damit ist das Deutsche Ledermuseum die weltweit einzige Einrichtung, die ausschließlich alles rund um das Material Leder und artverwandte Materialien sammelt und präsentiert.

Steinskulptur „Bücher der Weisheit“

Interkulturelle und interreligiöse Begegnungen haben in Offenbach eine besondere Bedeutung. Die verschiedenen monotheistischen Religionen haben gemeinsame Wurzeln, beziehen sich auf Heilige Schriften – wie Thora, Altes und Neues Testament und Koran – und sehen in ihnen Quellen der Weisheit. Auch wichtige philosophische Bücher prägen die Geisteshaltung der Menschen. Die Skulptur „Steinbücher“ symbolisiert die unterschiedliche Herkunft, Religion und Weltanschauung der Offenbacher und das friedliche Miteinander aller Nationen und Glaubensgemeinschaften.

Am Sonntag, dem 1. Oktober, wurde die Steinskulptur „Bücher der Weisheit“, die von der Künstlerin Anna-Maria Kubach-Wilmsen geschaffen wurde, im Martin Luther-Park Offenbach enthüllt und der Stadt übergeben. Die Veranstaltung war begleitet von Sonnenschein und fand viele interessierte Bürgerinnen und Bürger Offenbachs.

 

Die Kinderuni feiert ihr 15-jähriges Jubiläum

Jedes Jahr kurz vor Beginn des Wintersemesters steht die Goethe-Uni Kopf: In großen Pulks nähern sich Schülergruppen dem Hörsaalzentrum auf dem Campus Westend, aufgeregt redend, rufend, kaum in Zaum zu halten von ihren Lehrern und Begleitpersonen. Dann ist wieder Frankfurter Kinder-Uni, und die Mitarbeiterinnen der Abteilung Public Relations und Kommunikation haben wieder ein umfangreiches „Kinderprogramm“ auf die Beine gestellt: „Echte“ Professoren aus verschiedenen Fachbereichen der Goethe-Universität strengen sich an, um ihren Forschungsbereich kindgerecht rüberzubringen.

Besonders toll war es im Jubiläumsjahr 2017: Es wurde Rumpelstilzchen vor Gericht gestellt, Stofftier-Affen mit einer Kanone durch den Hörsaal geschossen und an Luftballons schweben gelassen, 1200 Bienen und ihre Königin waren zu Besuch und außerdem ist man dem Maler Jan van Eyck auf die Schliche gekommen, der vor 600 Jahren unter einem Frauenporträt das Bild eines berühmten Mannes versteckt hat.

Die nächste Kinderuni findet statt vom 3. bis 7. September 2018, den Termin unbedingt vormerken! Die Dr. Marschner Stiftung freut sich, die Kinderuni als Hauptförderer zu unterstützen.