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Orte zur Auseinandersetzung und Befragung

Der Blick des Betrachter mäandert zwischen Innen und Aussen. Foto: Dr. Marschner Stiftung

Am Anfang stand oft eine kleine Installation in der Ecke oder auf der Fensterbank der eigenen Wohnung. Genauso wie ihre Gedanken, die um ein bestimmtes Thema, etwa Identität, Ökonomie oder Mutterschaft, kreisten, schaffte Anna Oppermann aus diesem Anfang meist raumfüllende Ensembles. Prozesshaft entwickelte die Konzeptkünstlerin mit Notizen, Fotografien, eigenen Gemälden oder Objekten Gedanken-Orte, die zur Auseinandersetzung und Befragung einladen. In der Ausstellung „Das Blaue vom Himmel“ im Frankfurter saasfee*pavillon, ermöglicht durch die Dr. Marschner Stiftung, ist, neben frühen Zeichnungen und einer der ersten Bild-Raum-Collagen, das letzte große Ensemble der 1993 verstorbenen documenta-Teilnehmerin zu sehen. Dass dieses Ensemble während der schweren Erkrankung Anna Oppermanns entstand, verleiht ihm auch inhaltlich eine besondere Intensität. Gekennzeichnet durch eine ungewöhnliche Helligkeit der einzelnen Fragmente und durch intensive Blautöne verbindet sich das Werk auf ungewöhnliche Weise mit der einzigartigen Architektur des saasfee*pavillon: Der Blick mäandert zwischen den Objekten und Spiegelungen und es eröffnet sich ein Dialog zwischen Innen und Aussen. Bis 29. November 2026.