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Selbstbewusst, freigeistig und hochaktuell

Malerei, Zeichnung oder Bühnenbild: Leonor Fini schuf traumartige Szenen. Ausstellungsansicht © Schirn Kunsthalle Frankfurt 2026, Foto: Norbert Miguletz

Sphinxhaft, souverän und provokativ – Leonor Finis Werke zeigen rätselhafte, selbstbewusste Frauenfiguren, sich gegen Traditionen aussprechend und in ihrer Gesamtheit hochaktuell. Über sechs Jahrzehnte hinweg schuf Fini (1907-1996) ein vielgestaltiges Œuvre aus Malerei, Zeichnung, Buchillustration, Bühnenbild und Kostümdesign. Bis heute entzieht es sich jeder eindeutigen Zuschreibung und hat auch deshalb Nichts von seiner Faszination verloren. Die in Buenos Aires geborene Künstlerin zählt unbestritten zu den herausragenden Protagonistinnen des Surrealismus und ihre Arbeit ist in einer Reihe mit Frida Kahlo, Meret Oppenheim und Dorothea Tanning zu nennen. Die Schirn Kunsthalle Frankfurt präsentiert nun die erste Retrospektive der unabhängigen Rebellin in Deutschland. Gefördert durch die Dr. Marschner Stiftung zeigt „Leonor Fini. Magisch Surreal“ rund 100 Werke, die sich mit Emanzipation, Genderfluidität, Eros, Okkultismus, Tod und Verwandlung auseinandersetzen. In ihrem charakteristischen, altmeisterlichen Stil schuf Fini traumartige Szenen, in denen sie sich selbstbewusst als freigeistige, glamouröse Ikone inszenierte und verwischte bewusst die Grenzen zwischen künstlerischer Schöpfung und gelebter Existenz. Bis 21. Februar 2027.